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Medizin

Erektile Dysfunktion kann nach Absetzen von Finasterid und Dutasterid anhalten

Samstag, 11. März 2017

Chicago – Die erektile Dysfunktion, zu der es infolge der blockierten Androgen-Synthese unter der Behandlung mit Finasterid und Dutasterid kommt, kann auch nach dem Absetzen des Medikaments noch längere Zeit bestehen bleiben. Dies zeigt die Auswertung von Versichertendaten in PeerJ (107; doi: 10.7717/peerj.3020).

Der 5-alpha-Reduktasehemmer Finasterid wurde 1992 zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPA) zugelassen. Seit 1997 darf das Mittel in einer niedrigeren Dosierung auch zur Behandlung der androgenetischen Alopezie verordnet werden. Mit Dutasterid ist seit 1997 ein 5-alpha-Reduktasehemmer ausschließlich zur Behandlung der BPA zugelassen.

Beide Mittel hemmen ein Schlüssel-Enzym der Androgensynthese. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass es bei vielen Anwendern zu einer erektilen Dysfunktion und Libidostörungen kommt. Sie können auch unter der niedrigeren Dosierungen zur Behandlung der androgenetischen Alopezie auftreten. 

Die US-Arzneibehörde FDA hatte bereits 2012 vor der Gefahr einer persistierenden erektilen Dysfunktion (PED) gewarnt. Zunächst schien es sich um Einzelfälle zu handeln. Die Auswertung von elektronischen Krankenakten der Northwestern Universität in Chicago zeigt jedoch, dass es sich um ein regelmäßig auftretendes Phänomen handelt. Von den 11.909 Patienten, denen einer der beiden 5-alpha-Reduktasehemmer verordnet wurde, entwickelten 167 (1,4 Prozent) eine PED, von der sie sich nach dem Absetzen im Mittel erst nach 1.348 Tagen erholten.

Auch jüngere Männer sind betroffen: Von den Patienten unter 42 Jahren, die Finasterid oder Dutasterid länger als 205 Tage eingenommen hatten, kam es 4,9-fach häufiger zu einer PED als bei einer kürzeren Einnahmedauer. Jüngere Männer nehmen Finasterid in der Regel zur Behandlung der androgenetischen Alopezie ein.

Die gleichzeitige Einnahme eines nicht-steroidalen Antiphlogistikums steigert das Risiko um den Faktor 4,8. Die Dauer der Einnahme von Finasterid oder Dutasterid war ein bedeutenderer Prädiktor der PED als andere bekannte Risikofaktoren wie Bluthoch­druck, Diabetes mellitus, Zigarettenrauchen, Alkoholabusus, Fettleibigkeit und Depression. In den USA nehmen mehr als 2 Millionen Männer regelmäßig 5-alpha-Reduktasehemmer ein (darunter übrigens auch der amtierende US-Präsident). © rme/aerzteblatt.de

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