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Ausland

Unicef: 2016 war das bislang schlimmste Jahr für Kinder im syrischen Bürgerkrieg

Montag, 13. März 2017

Köln – Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat das vergangene Jahr als das bislang schlimmste für Kinder in Syrien seit dem Beginn des Bürgerkriegs 2011 bezeichnet. Schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder in Syrien erreichten im fünften Bürgerkriegsjahr einen „traurigen Höchststand“, wie Unicef erklärte. „In dem bisher brutalsten Jahr des Konflikts haben die Tötung, Verstümmelung und Rekrutierung von Kindern drastisch zugenommen.“ Insgesamt wurden mehr als 2.500 Fälle von direkter Gewalt und schweren Kinderrechtsverstößen dokumentiert.

Allein für das vergangene Jahr bestätigte die Organisation den gewaltsamen Tod von 652 Kindern – das war ein Fünftel mehr als im Vorjahr. 255 dieser Kinder starben dem­nach in oder in der Nähe ihrer Schule. Diese Statistik erfasse jedoch nur Vorfälle, in denen der Tod der Kinder und die Umstände überprüft werden konnten. Tatsächlich müsse von einer wesentlich höheren Zahl ausgegangen werden.

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Mehr als 850 Minderjährige seien durch bewaffnete Gruppen rekrutiert worden, doppelt so viele wie 2015. Kinder und Jugendliche würden immer häufiger nicht nur für unter­stützende Tätigkeiten als Träger oder Wachtposten, sondern auch direkt als Front­kämpfer eingesetzt. In Einzelfällen müssten Minderjährige auch Hinrichtungen und Bombenattentate ausführen oder als Gefängniswärter arbeiten.

„Das Leid der syrischen Kinder hat ein beispielloses Ausmaß erreicht“, erklärte der Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, Geert Cappelaere. „Millionen von Kindern sind täglich großer Gefahr ausgesetzt.“ Jedes dieser Kinder sei „für das ganze Leben geprägt mit schrecklichen Folgen für seine Gesundheit, sein Wohlbefinden und seine Zukunft“.

In dem seit März 2011 andauernden Konflikt wurden der UNO zufolge mehr als 310.000 Menschen getötet und Millionen weitere in die Flucht getrieben. Der Beginn des Kon­fliktes jährt sich am 15. März zum sechsten Mal.

Im Zusammenhang mit dem Jahrestag forderte die Hilfsorganisation Care „vollständigen und dauerhaften Zugang für humanitäre Hilfe in Syrien“. Die Belagerung von Zivilisten „und das Aushungern unschuldiger Kinder“ dürften nicht länger als Methode des Krieges eingesetzt werden. Fast fünf Millionen Syrer seien derzeit wegen Kämpfen und Blocka­den „nur extrem schwer zu erreichen“. In dreizehn belagerten Gebieten harrten 650.000 Menschen aus, darunter 300.000 Kinder. © afp/aerzteblatt.de

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