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Medizin

B-Vitamine schwächen in Pilotstudie Auswirkungen von Feinstaub auf DNA-Methylierung

Dienstag, 14. März 2017

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New York – Die Einnahme von hoch dosierten B-Vitaminen hat in einer experimentellen Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2017; doi: 10.1073/pnas.1618545114) kurzfristig die Auswirkungen einer Feinstaub-Exposition auf die Methylierung der DNA abgeschwächt.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Luftverschmutzung und hier insbesondere der Feinstaubgehalt der Luft die Methylierung der DNA verändern kann. Dies könnte Auswirkungen auf den Gesundheitszustand haben, da die DNA-Methylierung langfristig bestimmt, welche Gene abgerufen werden – dieses Phänomen wird auch als Epigenetik bezeichnet. Eine veränderte DNA-Methylierung liefert möglicherweise auch eine Erklärung für die ungünstigen Auswirkungen von Luftschadstoffen, die nicht nur die Atemwege schädigen, sondern auch das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen und die Anfälligkeit für Krebserkrankungen fördern. 

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Frühere Studien haben gezeigt, dass B-Vitamine einen günstigen Einfluss auf die DNA-Methylierung haben. Ein internationales Forscherteam um Andrea Baccarelli von der Mailman School of Public Health in New York hat deshalb untersucht, ob die Einnahme von B-Vitaminen den Einfluss der Luftschadstoffe auf die DNA-Methylierung abschwächen kann.

An der Crossover-Studie nahmen zehn gesunde Nichtraucher im Alter zwischen 18 und 60 Jahren teil, die keinerlei Medikamente einnahmen. Die Teilnehmer atmeten über eine Maske zwei Stunden lang Luft ein, der die Forscher Feinstäube aus einer Sammelstelle im Innenstadtbereich von Toronto zugesetzt hatten. In den vier Wochen vor den Experimenten hatten die Probanden täglich Tabletten eingenommen, die entweder Placebos oder hoch dosiert B-Vitamine (Folsäure 2,5 mg/die, Vitamin B6 50mg/die und Vitamin B12 1 mg/die) enthielten. Vor und im Anschluss an die Schadstoff-Exposition wurden Blutproben entnommen, die später mit einem „BeadChip“ auf die Methylierung an zehn Abschnitten des Erbguts untersucht wurden. 

Laut Baccarelli verminderte die Behandlung mit den B-Vitaminen den negativen Einfluss der Feinstäube auf die Methylierung um 28 bis 76 Prozent. Außerdem wurden die Auswirkungen des Feinstaubs auf die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, abgeschwächt.

Die randomisierte kontrollierte Studie belegt, dass B-Vitamine die schädlichen Einflüsse auf die Epigenetik abschwächen könnten. Ob dies allerdings tatsächlich eine günstige Wirkung auf die Gesundheit hätte, muss offen bleiben. Bei einer hochdosierten Gabe von Vitaminen sind auch schädliche Auswirkungen denkbar. Nutzen und Risiken der vorbeugenden Therapie müssten vor einer Empfehlung in größeren Studien mit klinischen Endpunkten untersucht werden.

© rme/aerzteblatt.de

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