Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Politik stärkt die ärztliche Substitutions­therapie

Mittwoch, 15. März 2017

/Štěpán Kápl, stock.adobe.com

Berlin – Die Bundesregierung will die Ersatztherapie von Drogenabhängigen verbessern. Unter anderem sollen künftig mehr Einrichtungen Substitutionsmittel an Betroffene aus­geben dürfen, um eine wohnortnahe Versorgung zu ermöglichen. Zu den Ausgabe­einrichtungen zählen künftig Rehabilitationseinrichtungen, Gesundheitsämter, Alten- und Pflegeheime sowie Hospize. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundes­gesundheitsministeriums hervor, den das Kabinett heute in Berlin verabschiedet hat.

„Die ärztliche Substitutionsbehandlung ist eine wichtige Säule der Suchtbehandlung und stellt die Gesundheit und das Wohlergehen der Patienten in den Mittelpunkt. Mit dem heutigen Beschluss sorgen wir dafür, dass Betroffenen noch besser und wohnortnäher geholfen werden kann und stärken die Verantwortung der Ärzte“, sagte Bundes­gesund­heitsminister Hermann Gröhe (CDU) nach der Kabinettssitzung.

Grundsätzlich sollen Opiatabhängige das Substitutionsmittel weiterhin nur im Beisein von Fachpersonal einnehmen. Die neue Regelung erweitert aber Ausnahmen von die­sem Grundsatz: In begründeten Einzelfällen dürfen Substitutionsärzte ein Mittel künftig für den Bedarf von bis zu 30 Tagen verschreiben. Bislang war dies nur für den Bedarf von maximal einer Woche erlaubt. „Die neue Regelung erleichtert sowohl die Arbeit der Ärzte als auch den Weg der Substitutionspatienten in ein selbstbestimmtes Leben“, hieß es aus dem Bundesministerium für Gesundheit.

Bislang hat die Betäubungs­mittel­verschreibungs­verordnung (BtMVV) wesentliche Rah­menbedingungen für die ärztliche Substitutionstherapie gesetzt. Künftig soll die Ärzte­schaft – konkret die Bundes­ärzte­kammer – Rahmenbedingungen selbst festlegen. Dazu gehören die Voraussetzungen für die Einleitung und Fortführung der Therapie, die Frage des Beikonsums – also wie in der therapeutischen Beziehung mit dem Gebrauch weiterer legaler oder illegaler Substanzen umgegangen wird – und die Entscheidung über eine zusätzliche psychosozialen Betreuung.

Die Neuregelungen zielen auch darauf ab, mehr Ärzte für die Drogenersatztherapie zu gewinnen und damit die Versorgung vor allem im ländlichen Raum zu verbessern, erläu­terte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). 

Die Verordnung bedarf der Zustimmung des Bundesrates. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. April 2018
Vancouver – Ein „Take-Home Naloxon“-Programm, wie es derzeit auch in Deutschland als Mittel gegen Überdosierungen von Opiaten diskutiert wird, hat in Kanada ein Drittel aller Todesfälle vermieden. Zu
Kanada: Naloxon-Spritze in der Hausapotheke senkt Todesfälle durch Opiate
24. Januar 2018
Hannover – Die neuen Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C sind auch für Patienten unter Opioid-Substitution wirksam und sicher. Das geht aus Daten des „Deutschen
Neue Hepatis-C-Therapie bewährt sich bei Substitutionspatienten
15. Dezember 2017
Saarbrücken – Im Kampf gegen Drogen haben das saarländische Ge­sund­heits­mi­nis­terium, Lan­des­ärz­te­kam­mer, Kassenärztliche Vereinigung, Apothekerkammer und Drogenhilfezentrum ein gemeinsames Modellprojekt
Modellprojekt mit Naloxon soll Zahl der Drogentoten im Saarland reduzieren
17. November 2017
New York – Die Opioidkrise, die von der US-Regierung jetzt zu einem nationalen Notstand erklärt wurde, wird die Behandlung Hunderttausender Abhängiger erforderlich machen. Das National Institute on
Opiatentzug: Naltrexon und Buprenorphin in Studie gleich gut wirksam
26. Oktober 2017
Berlin – Im Auftrag der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) eine Patienteninformation zum Thema Methadon
Methadon bei Krebs: Patienteninformation des ÄZQ steht online
19. Oktober 2017
Berlin – Nach der Änderung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung Mitte des Jahres ist nun die überarbeitete Richtlinie der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) zur Durchführung der substitutionsgestützten
Substitutionstherapie: Änderungen in Kraft getreten
29. September 2017
Berlin – Ärzte können die Substitutionstherapie von Opiatabhängigen künftig sehr viel genauer an die individuellen Bedürfnisse ihrer Patienten anpassen. Das sieht die neue Substitutionsrichtlinie der

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige