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Medizin

Opioid plus Benzodiazepin: Eine tödliche Kombination

Donnerstag, 16. März 2017

Bernd Heinzelmann /stockadobecom

Palo Alto – Die gleichzeitige Einnahme eines Opioid-Schmerzmittels mit einem Benzo­diazepin hat bei Versicherten in den USA das Risiko von Notfallaufnahmen und Krankenhausaufenthalten verdoppelt. Benzodiazepine könnten nach den Ergebnissen der im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2017; 356: j760) veröffentlichten Studie für einen Teil der Opiatüberdosierungen verantwortlich sein.

Die Zahl der Opioid-Verordnungen hat sich in den USA in den letzten 15 Jahren fast verdreifacht. Die Folge war nicht nur ein Anstieg der Opiatabhängigkeiten. Auch die Zahl der Todesfälle durch Opiatüberdosierungen hat deutlich zugenommen. Eine mögliche Ursache könnte die gleichzeitige Verordnung von Benzodiazepinen sein, die als Schlafmittel oder zur Behandlung von Ängsten verordnet werden. 

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Die gleichzeitige Verordnung von Opioiden und Benzodiazepinen ist riskant, da beide Wirkstoffgruppen eine sedierende Wirkung haben und den Atemantrieb mindern. Das Denken ist beeinträchtigt, die Reaktionszeiten sind verlängert und die Gefahr von Stürzen steigt. Dies alles kann dazu beitragen, dass im Notfall jede Hilfe zu spät kommt. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Patienten bei 30 Prozent aller tödlichen Opiatüberdosierungen auch Benzodiazepine im Blut hatten.

Eric Sun von der Stanford University School of Medicine in Palo Alto und Mitarbeiter haben jetzt die Daten von 315.428 Privatversicherten untersucht, denen im Zeitraum 2001 bis 2013 Opiate verordnet wurden. Eine Komedikation mit Benzodiazepinen war häufig. Der Anteil der Patienten, die zu irgendeinem Zeitpunkt beide Mittel einge­nommen hatten, stieg von 9 Prozent in 2001 auf 17 Prozent in 2013. Die gleichzeitige Einnahme beider Medikamente verdoppelte das Risiko auf eine Notfallaufnahme oder eine Behandlung wegen einer Opiatüberdosierung. Sun ermittelte eine adjustierte Odds Ratio von 2,14 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,05 bis 2,24.

Die Auswertung von Krankenversichertendaten kann zwar keine Beweiskraft bean­spruchen. Eine Kausalität erscheint aber pharmakologisch plausibel. Nach weiteren Berechnungen von Sun könnte die gleichzeitige Einnahme von Opioid und Benzo­diazepin 15 Prozent aller Todesfälle erklären. 

Den Behörden ist das Risiko bekannt. Die Centers for Disease Control and Prevention haben im letzten Jahr ihre Leitlinien zur Schmerzbehandlung angepasst. Die FDA hat Warnhinweise in die Fachinformationen der betroffenen Präparate aufgenommen. © rme/aerzteblatt.de

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