Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Behandlungsfehler in Sachsen auf konstant niedrigem Niveau

Donnerstag, 16. März 2017

Dresden – Die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen der Sächsischen Landesärzte­kammer hat im vergangenen Jahr 363 Anträge wegen eines vermuteten Behand­lungs­fehlers erhalten. In 233 Fällen wurde aufgrund der eingereichten Unterlagen eine Begut­achtung eingeleitet. In 52 Fällen stellten die Gutachter einen Behandlungsfehler fest. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Gutachterstelle hervor. Die Zahl der festgestellten Behandlungsfehler ist damit nahezu konstant geblieben (2015: 49) und die Zahl der gemeldeten Fälle geringfügig gesunken (2015: 384).

„Die insgesamt geringe Anzahl an Fehlern bei 32 Millionen ambulanten und stationären Behandlungsfällen ist trotz der extremen Arbeitsverdichtung in Krankenhäusern und Praxen ein Indiz für die verantwortungsvolle Tätigkeit der Ärzte, Schwestern und Pflege­kräfte“, sagte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Lan­des­ärz­te­kam­mer. Er betonte allerdings, „jeder Behandlungsfehler ist ein Fehler zu viel, denn hinter jedem Fehler steht auch ein Schicksal.“

Von den 363 Anträgen betrafen 67 die Fachrichtung Chirurgie, 44 die Innere Medizin, 30 die Orthopädie, 27 die Fachrichtung Gynäkologie/Geburtshilfe, elf die Neurolo­gie/Psy­chiatrie und zehn das Fachgebiet HNO. Von den 233 eingeleiteten Begutachtun­gen entfielen 172 auf den stationären Sektor, 15 auf Klinikambulanzen und 46 auf ambulante Praxen.

Der Vorsitzende der Gutachterstelle, Rainer Kluge, erklärte, dass sich der steigende ökonomische Druck bisher nicht in den Zahlen der Gutachterstelle niedergeschlagen habe, das liege neben der verantwortungsvollen Tätigkeit des gesamten medizinischen Personals auch am Fehlervermeidungsmanagement der Kliniken. Dennoch könne es zu Fehlern kommen, deren Ursachen ausgewertet und transparent gemacht werden müss­ten, damit diese nicht mehr vorkämen.

Die Gutachterstelle betonte, die Bereitschaft der Ärzte, sich an den Verfahren zu beteili­gen und zur Aufklärung beizutragen, sei nach wie vor sehr hoch. In 90 bis 95 Prozent der Vorgänge seien diese mit der Beurteilung durch die Gutachterstelle abgeschlossen. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14.08.17
Patienten haben keinen generellen Auskunftsanspruch auf Arztdaten
Hamm – Ein Patient kann von einem Krankenhaus zwar die Herausgabe aller Behandlungsunterlagen verlangen, Namen und Anschriften der behandelnden Ärzte muss die Klinik aber nur dann mitteilen, wenn der......
11.08.17
Dresden – Sachsen hat eine neue Datenbank zu Angeboten rund um die Pflege eingerichtet. Das Informationsportal hält etwa Adressen von Ansprechpartnern bereit. „Ob altersgerechtes Wohnen, ambulante......
09.08.17
SPD verlangt Nachbesserung bei Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung in Sachsen
Dresden – Die SPD pocht auf Nachbesserungen beim Nachteilsausgleich für Behinderte. Die vom Sozialministerium vorgeschlagene Erhöhung sei ein „zu kleiner Schritt“, erklärte SPD-Sozialpolitikerin Hanka......
09.08.17
Dresden – Sachsen hat eine Novelle des Krebsregisters auf den Weg gebracht. Den Entwurf für ein entsprechendes Gesetz legte Landessozialministerin Barbara Klepsch (CDU) gestern dem Kabinett vor.......
08.08.17
Dresden – Sachsen will seine finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderungen erhöhen. Das Kabinett gab heute einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Anhörung frei. Das Geld wird als......
07.07.17
Chemnitz – Zwölf Firmen aus Sachsen bündeln ihre Aktivitäten bei der Forschung zu Gesundheitstextilien im Netzwerk „Health.Textil 4.0“. Es werde vom Land Sachsen bis 2019 mit 166.000 Euro gefördert,......
26.06.17
Berlin – In der SPD gibt es schon seit langem Forderungen nach einem Entschädigungsfonds für die Opfer von Behandlungsfehlern. Bislang fand diese Idee aber keine Mehrheiten. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige