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Ärzteschaft

Fachgesellschaft sieht Defizite bei der künftigen Versorgung von Diabetikern

Donnerstag, 16. März 2017

Berlin – Vor künftigen Engpässen bei der qualifizierten Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus warnte die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) heute in Berlin.  Durch den ökonomischen Wettbewerb in Kliniken stünden viele internistische, diabeto­logische und endokrinologische Abteilungen auf dem wirtschaftlichen Prüfstand und würden aus finanziellen Gründen geschlossen, sagte Erhard Siegel, Past Präsident der DDG. „Gerade Menschen mit Diabetes sind aufgrund des demografischen Wandels eine stetig wachsende Patientengruppe, deren Versorgung auch künftig gesichert sein muss.“

Die künftige Versorgung von Diabetikern ist nach Ansicht der Fachgesellschaft zweifach bedroht: Durch die Schließung von diabetologischen Fachabteilungen in den Kliniken gingen auch dringend benötigte Weiterbildungsmöglichkeiten für den medizinischen Nachwuchs verloren, ergänzte der amtierende DDG-Präsident Baptist Gallwitz. Schon jetzt zeichne sich das Nachwuchsproblem ab.

Es fehlen Lehrstühle für Diabetologie

„Diese Entwicklung hängt nicht zuletzt mit der ständig sinkenden Zahl an klinischen Lehrstühlen für Diabetologie und Stoffwechsel an den deutschen Universitäten und Ausbildungsmöglichkeiten in Krankenhäusern zu­sam­men“, erklärte er. Die Diabetologie als vermeintlich ambulantes Fach könne zuneh­mend im Rahmen der Weiterbildung nicht mehr angemessen vermittelt werden.

„Des­halb müssen die Bundesländer und der Bund dafür sorgen, dass die Zahl der diabeto­logischen Lehrstühle wieder steigt. Außerdem muss die Diabetologie als selbstständige Einheit an großen Versorgungskrankenhäusern erhalten bleiben und essenzieller Teil der Weiterbildung in der Inneren Medizin und in der Berufsausbildung anderer Gesund­heitsberufe sein“, betonte Gallwitz.

Kritik äußerte die DDG zudem an der „frühen Nutzenbewertung“ im Rahmen des Arznei­mittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) durch den Gemeinsamen Bundesaus­schuss (G-BA). „Die DDG unterstützt die sinnvolle Notwendigkeit und das Konzept des AMNOG zur Kostenbegrenzung grundsätzlich“, erläuterte Dirk Müller-Wieland, Vizeprä­si­dent und Mediensprecher der DDG. „Allerdings sehen wir in mehreren Punkten Ver­bes­se­rungspotenzial“.

So sollte der G-BA die wissenschaftlichen Fachgesellschaften bei der Definierung des „medizinischen Standards“ miteinbeziehen. Auch ein unab­hängiger wissenschaftlicher Beirat zur medizinischen Plausibilitätskontrolle der AMNOG-Ergebnisse könne sinnvoll sein. © ER/aerzteblatt.de

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