Medizin

Hämospermie: Männer ab 40 benötigen zusätzliche Untersuchungen

Freitag, 17. März 2017

Wuppertal/Remscheid - Bis heute existiert keine Leitlinie dazu, wie Urologen eine Hämospermie abklären und therapieren sollen. In einer Übersichtsarbeit haben Ärzte vom Helios Klinikum Wuppertal und den Kliniken Maria Hilf Mönchengladbach Empfehlungen für Diagnostik und Therapie zusammengefasst (Dtsch Arztebl Int 2017;114(11):186-91).

Blut in der Samenflüssigkeit beunruhigt die Betroffenen zunächst. Sie haben Angst vor sexuell übertragbaren Krankheiten oder einem bösartigen Tumor. Diese Sorgen sollten Urologen Männern unter 40 Jahren nehmen. Denn in diesem Alter liegt meist keine scherwiegende Krankheit zugrunde. Eine Untersuchung der Genitalien, der Prostata und des Urins muss dennoch durchgeführt werden. Bei Männern über 40 mit rezidivierenden Ereignissen empfehlen die Autoren um Michael J. Mathers zusätzliche Laborunter­suchungen, bildgebende Verfahren und gegebenenfalls interventionelle Unter­suchungen.

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Schätzungen gehen davon aus, dass bei etwa einem Mann von 5.000 Blut im Ejakulat enthalten ist. Häufig wird dies von den Betroffenen jedoch nicht bemerkt, da Hämo­spermie meist schmerzlos verläuft und nicht chronisch auftreten muss. Aber selbst bei diagnostizierten Fällen bleibt die Ursache der Hämospermie häufig unbekannt.

Als Auslöser kommen in erster Linie iatrogene Traumata infrage, insbesondere nach transrektaler ultraschallgesteuerter Prostatabiopsie zum Ausschluss eines Prostata­karzinoms. Mehr als 80 Prozent der Männer berichteten nach einer solchen Biopsie über eine Hämospermie, die bis zu vier Wochen anhielt, so das Ergebnis zweier prospektiven Studien. Infektionen im Urogenitalbereich sind die zweithäufigste Ursache. Ein zu hoher Blutdruck oder Fieber könnten darauf hinweisen.

Die Therapie richtet sich nach diesen Ursachen. Weisen Urologen etwa eine Gefäßanomalie, Zysten, Polypen oder Verkalkungen nach, kann eine kausale oder operative Therapie zum Einsatz kommen. Bei einer Infektion sollte der Arzt eine Antibiotikatherapie abwägen. © gie/aerzteblatt.de

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