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Politik

Pflegereform führt zu starken Anstieg der Leistungsanträge

Freitag, 17. März 2017

Augsburg – Die Pflegereform hat seit Jahresbeginn zu einem deutlichen Anstieg der Anträge auf Leistungen der Pflegeversicherung geführt. „Wir hatten im Januar 2017 einen Anstieg der Anträge um ein Drittel im Vorjahresvergleich“, sagte der Bundes­geschäftsführer des Medizinischen Diensts der gesetzlichen Krankenkassen (MDK), Peter Pick, der Augsburger Allgemeinen. Bislang seien Steigerungsraten um fünf Prozent üblich gewesen.

Bereits in den Monaten vor der Umstellung hätten bereits mehr Menschen Anträge auf Leistungen gestellt. „Wir hatten im vierten Quartal eine Steigerung der Begutachtungs­aufträge um knapp 20 Prozent.“ Pick erwartet dem Bericht zufolge, dass der starke Zuwachs noch anhält und ab Jahresmitte auf ein Normalmaß zurückgeht.

Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), sagte dem Blatt, ein Anstieg sei bei der Reform einkalkuliert worden. „Die wichtigste Verbesserung der Reform ist, dass Demenzerkrankungen heute gerechter und wesentlich realistischer bei den Pflegeleistungen eingestuft werden als zuvor“, sagte der Gesundheitsstaats­sekretär. „Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff bekommen viele Menschen jetzt Leistungen, die vorher keine bekommen haben.“

Laumann sagte, die Bundesregierung erwarte, „dass voraussichtlich 500.000 Menschen zusätzlich in den Anspruchsbereich der Pflegeversicherung kommen.“ Dies werde auch für die Betreiber von Pflegeeinrichtungen Herausforderungen bringen. „Mehr Pflege­bedürftige heißt am Ende auch immer: Wir brauchen mehr Personal“, sagte Laumann. © afp/aerzteblatt.de

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