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Medizin

Prostatahyperplasie: 5α-Reductase Inhibitoren ohne erhöhtes Suizidrisiko

Dienstag, 21. März 2017

Bei der Prostatahyperplasie ver­größert sich die Vor­steher­drüse durch Hyper­plasie von Bindegewebe-, Muskel- und Drüsenzellen in der Transitionalzone. /CLIPAREA.com stock.adobe.com. /CLIPAREA.com stock.adobe.com

Ontario – Bedenken, dass 5α-Reduktase Inhibitoren (5ARIs) mit psychischen Nebenwirkungen einhergehen, können teilweise entkräftet werden. Zwar war das Suizidrisiko nicht erhöht. Jedoch stieg, zumindest in den ersten 18 Monaten der Therapie, die Wahrscheinlichkeit der Selbstverletzung und von Depressionen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher von der Western University in Ontario in einer retrospektiven Bevölkerungsstudie mit Männern mit einer gutartig vergrößerten Prostata. Die Studie wurde in JAMA Internal Medicine publiziert (2017; doi: 10.1001/jamainternmed.2017.0089).

Die absolut beobachteten Differenzen zwischen 5ARIs (Finasterid oder Dutasterid) und der Kontrollgruppe waren gering. Das Selbstverletzungsrisiko stieg um 17 pro 100.000 Patientenjahre, jedoch ausschließlich innerhalb der ersten 18 Monate einer 5ARIs-Therapie. Das Depressionsrisiko stieg um 272 pro 100.000 Patientenjahre. Nach den ersten 18 Monaten nahm es wieder ab. Die Autoren um Blayne Welk raten Ärzten aufgrund dieser zwar signifikanten aber dennoch geringen Fallzahlen, das Medikament weiterhin zu verschreiben. Denn die Vorteile würden überwiegen.

Untersucht wurden mehr als 93.000 Männer im Alter von mindestens 66 Jahren aus Ontario. Sie hatten im Studienzeitraum von 2003 bis 2013 eine 5ARIs-Therapie aufgrund einer Prostatahyperplasie begonnen, die mit Symptomen im unteren Harntrakt (LUTS) einhergeht. Diese werden bei jedem vierten Mann im Alter von über 70 Jahren gefunden.

Sowohl amerikanische, also auch kanadische und europäische Leitlinien empfehlen bei LUTS und einer gutartig vergrößerten Prostata 5ARI zur Therapie. Das Arzneimittel hemmt die Umsetzung von Testos­teron zu 5α-Dihydrotestosteron, das die Zell­teilungs­rate des Prostat­gewebes steigert und an bestimmten Haar­follikeln die Wachstums­phase reduziert. © gie/aerzteblatt.de

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