Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert bessere psychotherapeutische Versorgung nach Adipositaschirurgie

Montag, 20. März 2017

Adipositaschirurgie
/Carsten Kattau, stock.adobe.com

Berlin – Auf die psychische Verfasstheit von Patienten nach einer bariatrischen Opera­tion hat die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psycho­therapie (DGPM) hingewiesen. „Fettleibigkeit zieht nicht nur körperliche, sondern oft auch psychische Probleme wie etwa Depressionen nach sich“, erklärte die DGPM-Exper­tin Martina de Zwaan, Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Diese verbesserten sich nach einer OP in der Regel kurz- bis mittelfristig, könnten dann aber wieder zunehmen und sich sogar verstärken. Dies reiche bis hin zu einem erhöh­ten Suizidrisiko. Warum sich bei manchen Menschen die psychischen Beschwerden nach dem Eingriff verschärfen und welcher Zusammenhang genau mit der bariatrischen Chirurgie besteht, ist laut de Zwaan bislang noch nicht geklärt.

Vor allem Menschen, die im Vorfeld schon psychische Beschwerden hatten, tragen laut der DGPM ein erhöhtes Risiko. Bei bestimmten psychischen Störungen sollte der Eingriff deshalb erst nach erfolgreicher Behandlung durchgeführt werden, etwa bei einer Buli­mie, einer akuten Suchterkrankung, einer Borderline-Störung oder einer Schizophrenie.

„Klar ist jedoch auch: Beim größten Teil der Patienten führt die Operation zu einer erheb­lichen Verbesserung der körperlichen und auch der psychischen Gesundheit“, betonte de Zwaan. Es sei daher wichtig, Menschen mit psychischen Problemen nicht zu stigmatisieren und eine Operation leichtfertig zu verweigern. Psychische Erkrankung im Allgemeinen, eine Binge-Eating-Störung oder auch Missbrauch in der Kindheit hätten sich beispielsweise nicht als Risikofaktor und Kontraindikation für einen adipositas­chirurgischen Eingriff erwiesen, so die DGPM-Expertin.

Die Fachgesellschaft weist darauf hin, dass bariatrische Eingriffe bei extremem Über­gewicht inzwischen Mittel der Wahl seien. In Deutschland erfolgten rund zwölf Eingriffe pro 100.000 Einwohner, das seien kapp 10.000 Operationen pro Jahr. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13.12.17
Reform der Psychothera­peutenausbildung: Medizinische Fachgesellschaften lehnen Arbeitsentwurf ab
Berlin – Drei medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften lehnen in einer aktuellen Stellungnahme den vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) vorgelegten Arbeitsentwurf zur Reform der......
08.12.17
Sozialminister: Hilfe für Opfer von Terroranschlägen verbessern
Potsdam – Angesichts neuer Bedrohungslagen durch Terror und Gewalt setzen sich die Arbeits- und Sozialminister der Länder für eine Reform des Sozialen Entschädigungsgesetzes ein. „Fragen, die bislang......
06.12.17
Ärztemangel auch in Gefängnissen
Frankfurt/Main – Immer mehr psychisch kranke Gefangene und viele unbesetzte Stellen erschweren die Gesundheitsversorgung in Haftanstalten. Auf den 3. Gefängnismedizin-Tagen, die am Donnerstag und......
21.11.17
Forderungen des Psychotherapeuten­tages an die Gesundheitspolitik
Berlin – Die Reform der Psychotherapieausbildung als Gesetz in die kommende Legislaturperiode einzubringen, ist wichtigstes Ziel der Psychologischen Psychotherapeuten (PP) und Kinder- und......
20.11.17
Berlin bekommt bis Ende März hauptamtlichen Opferbeauftragten
Berlin – Berlins Pläne für einen hauptamtlichen Opferschutzbeauftragten werden voraussichtlich noch im ersten Quartal 2018 umgesetzt. Gemeinsam mit drei weiteren Mitarbeitern soll die zentrale......
13.11.17
Bundesärztekammer will die Interessen der ärztlichen Psychotherapeuten stärken
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) will sich in Zukunft noch stärker als bisher um die Interessen der ärztlichen Psychotherapeuten kümmern. „Ihre Probleme liegen uns sehr wohl am Herzen“, stellte......
10.11.17
Reform der Psychotherapeuten­ausbildung: Zügige Umsetzung gefordert
Berlin – Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) fordert, die Reform der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung auf die Agenda der nächsten Bundesregierung zu setzen. Die Reform sei längst überfällig, heißt es......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige