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Politik

Sachsen sucht Altenpfleger in Drittstaaten und im eigenen Land

Montag, 20. März 2017

Dresden – Sachsen will dem drohenden Pflegenotstand auch mit Altenpflegern aus Drittstaaten begegnen. Das bekräftigte Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) beim heutigen  Besuch eines Pflegeheimes in Dresden. Dort werden momentan vietname­sische Altenpfleger ausgebildet.

Im Freistaat werde in dieser Branche zwar zwei Drittel über Bedarf ausgebildet, aber bei Weitem nicht alle Absolventen blieben in dem System. Für Klepsch ist das nicht nur eine Frage der Vergütung. „Das Gesamtpaket muss stimmen“, sagte die Ministerin mit Blick auf die Arbeitsbedingungen: „Wir brauchen in Zukunft mehr gut qualifizierte Fachkräfte aus anderen Ländern“.

Klepschs Ressort verwies auf eine Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums, wonach der Mangel an Fachpersonal in diesem Bereich weder durch Einheimische noch durch Potenziale aus EU-Mitgliedsstaaten gedeckt werden könne. Fachkräften aus Drittstaaten komme deshalb eine steigende Bedeutung zu.

„Natürlich müssen wir auch in Deutschland selbst nach Personal suchen“, sagte Klepsch. Dennoch werde man angesichts des Bedarfs neue Wege gehen müssen. Gut qualifizierte Pflegekräfte aus Vietnam seien dabei ein Baustein. Klepsch will im Mai mit dem Sozialausschuss des Landtages nach Vietnam reisen, auch um dieses Thema zu vertiefen.

Auf deutscher Seite ist das Unternehmen DPFA Akademiegruppe an der Qualifizierung der Vietnamesen beteiligt. Direktor Gerald Svarovsky sieht keine Gefahr, dass durch den Umzug vietnamesischer Pfleger nach Deutschland die Betreuung von Alten in Vietnam leiden könnte: „Auf eine Altenpflegerstelle bewerben sich dort etwa 200 Leute.“

Länder wie Japan und Australien würden inzwischen ganze Klassen vietnamesischer Pflege­kräfte ausbilden, um den eigenen Bedarf zu decken. Außerdem vereinbare man mit den Vietnamesen ein Rückkehrrecht. Wer in Deutschland weiterqualifiziert worden sei, könne die Standards dann auch in Vietnam umsetzen.

In Deutschland geht es neben einer fachlichen Qualifizierung in erster Linie um den Sprach­erwerb. Ein Problem bestehe darin, dass Deutschland inzwischen die Hürden für einen Arbeitsaufenthalt von Vietnamesen erschwert habe, hieß es. Betroffene müssten die Sprachprüfung B2 vorweisen. Allerdings gebe es in Vietnam keine ausreichenden Kapazitäten, um viele Interessenten auf dieses Level zu bringen. © dpa/aerzteblatt.de

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