Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

LDL-Cholesterin­werte langfristig senken mit nur einer siRNA-Injektion

Mittwoch, 22. März 2017

Cholesterin im Blut steigert das Risiko für Gefäßverkalkung und Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. /supparsorn stock.adobe.com
Befindet sich zu viel Cholesterin im Blut, steigt das Risiko für Gefäßverkalkung und Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. /supparsorn stock.adobe.com

Berlin/London – Bereits die einmalige Therapie mit einer Ribonukleinsäure schützt Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor erhöhten LDL-Cholesterinwerten. Mit einer small-interfering RNA (siRNA) ist es Forschern gelungen, das Protein PCSK9 auszuschalten und somit die LDL-Cholesterinwerte zu senken. Die Ergebnisse der klinischen Studie wurden im New England Journal of Medicine publiziert (2017; doi: 10.1056/NEJMoa1615758).

Zu viel Cholesterin im Blut steigert das Risiko für Gefäßverkalkung. Besonders gefährdet sind Hochrisiko-Patienten, die aufgrund einer erblichen Erkrankung unter sehr hohen LDL-Cholesterinwerten leiden. Bei diesen Patienten hindert das Protein PCSK9 (Pro­prote­in-konvertase Subtilisin/Kexin Typ 9) die Leber daran, das LDL-Cholesterin aus dem Blut zu entfernen.

Die Forscher um die beiden Erstautoren Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardio­logie an der Charité am Campus Benjamin Franklin und Kausik Ray vom Imperial College London, nutzten in ihrer Studie siRNAs, um das schädliche PCSK9 auszu­schalten. Gelangt nämlich doppelsträngige siRNA in die Zelle, wird diese von einem bestimmten Komplex (RISC Komplex) gebunden. Dieser verhindert dann je nach Basenabfolge der siRNA zielgerichtet die Translation der komplementären messenger RNA zum Protein, in diesem Fall PCK9.

Insgesamt erhileten 501 Hochrisiko-Patienten mit erhöhten LDL-Cholesterinwerten subkutan entweder verschiedene Dosierungen des siRNA-haltigen Wirkstoffes Inclisiran oder ein Placebo. Es zeigte sich, dass Inclisiran die Menge des Proteins PCK9 erfolg­reich senke. Auch die LDL-Cholesterinwerte sanken daraufhin signifikant um bis zu 41,9 Prozent nach einer einzelnen und um bis zu 52,6 Prozent nach einer zweifachen Dosis.

„Besonders interessant ist für uns der langanhaltende Effekt der Behandlung, der bereits nach einer einmaligen Gabe noch über neun Monate lang sichtbar war“, kom­men­tiert Landmesser die Studie. „Im nächsten Schritt wollen wir die Behandlung jetzt in einem großen klinischen Studienprogramm als neue Therapie zur Vermeidung des Herzinfarkts und Schlaganfalls bei Hochrisiko-Patienten weiterentwickeln“, fügt er hinzu. © gie/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Heilpraktiker_Jurisch
am Donnerstag, 23. März 2017, 07:30

fragliche Schlussfolgerungen

Wenn man sich überlegt, wie viel Menschen es mit einer genetischen LDL-Disposition gibt und den Aufwand dieser Studie sieht, diesen Aufwand dann mit dem "Nichtaufwand" für andere Krankheiten vergleicht, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass die eigentliche Zielgruppe niemals die genannte sein soll - in der Zukunft. Es wird darauf hinaus laufen, dass man mit dieser Pille dann an den Markt geht um einen Verkaufsvorteil zu haben. Dann wird dieses "Medikament" allen mit erhöhten Werten verschrieben werden und somit muss man dann ja nichts weiter machen, denn der Dauerpatient ist somit ein weiteres Mal gesichert. Sollte jemand daran Zweifel haben, dann empfehle ich die Erklärungen zu Verbindungen zur Pharma zu lesen... sehr aufschlussreich. Man kann es ja verstehen, wenn man anstatt neuer Studien und Medikamente sich einfach mehr auf schon vorhandene Erkenntnisse konzentrieren würde, zum Beispiel einer gesunden, vollwertigen, rein pflanzenbasierten Ernährung zur Senkung der Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos durch natürliche Senkung der Fettwerte, dann bringt das keinen Profit für die Pharmakonzeren und vor allen keine Ausschüttungen für die Shareholder.

Nachrichten zum Thema

08.12.17
Kardiologen gründen Verein für mehr Herzgesundheit
Magdeburg – Kardiologen und Herzchirurgen aus Sachsen-Anhalt haben einen Verein gegründet, um sich gemeinsam für die Herz-Kreislauf-Gesundheit der Menschen im Bundesland stark zu machen. Im......
07.12.17
Pulsoxymetrie­screening verhindert ein Drittel aller Todesfälle durch angeborene Herzfehler
Wayne/New Jersey – Ein Pulsoxymetriescreening auf kritische angeborene Herzfehler, das in Deutschland derzeit eingeführt wird, hat in den USA, wo die meisten Staaten es in den letzten Jahren......
06.12.17
Herzleiden sorgen für viele Krankenhaus­aufenthalte in Berlin
Berlin – Der häufigste Grund für Aufenthalte in Berliner Krankenhäusern ist Herzschwäche. In 16.811 Fällen mussten Menschen im vergangenen Jahr wegen Herzinsuffizienz auf Stationen behandelt werden,......
05.12.17
Chirurgie: Troponin-Anstieg zeigt erhöhtes Sterberisiko nach Operationen an
Hamilton/Ontario/Basel – Nach chirurgischen Eingriffen unter Vollnarkose kommt es nicht selten zu einem Anstieg des hochsensitiven Troponins, der in zwei Kohortenstudien im amerikanischen Ärzteblatt......
27.11.17
Myokardiale fraktionelle Flussreserve ist künftig Kassenleistung
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve im Rahmen einer ambulanten Koronarangiografie in den Leistungskatalog der gesetzlichen......
27.11.17
Neue Proteinlandkarte des Myokards vorgestellt
München – Eine Proteinlandkarte des Herzens haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Biochemie (MPIB) und des Deutschen Herzzentrums München an der Technischen Universität München (TUM)......
16.11.17
Viele Bluttransfusionen bei Herzoperationen könnten vermieden werden
Toronto – Eine restriktive Strategie, die Bluttransfusionen bei Herzoperationen auf Patienten mit einem deutlichen Abfall des Hämoglobinwerts beschränkt, hat in einer weltweiten Studie das Risiko......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige