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Medizin

Laiendefibrillatoren in Starbucks und bei Geldautomaten könnten mehr Menschenleben retten

Dienstag, 21. März 2017

stockphotocom Paul Velgos

Toronto – Öffentliche Geldautomaten und die Filialen von Fastfood-Restaurants oder Coffee-Shops wären nach einer Untersuchung in Circulation (2017; 135: 1104-1119) die idealen Orte für die Platzierung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED), mit denen Laien eine erfolgreiche Reanimation bei plötzlichem Herzstillstand durchführen können.

Die bevorzugten Aufstellplätze für AED sind derzeit Flughäfen, Sportstadien, Einkaufs­zentren und andere Orte, an denen sich viele Menschen versammeln. Die meisten Herzstillstände finden jedoch eher in der Nähe von kleineren Geschäften oder Geldautomaten statt, wie ein Team um Timothy Chan von der Universität Toronto herausgefunden hat.

Die Forscher haben in einer Studie retrospektiv 2.654 nicht-traumatische Herzstillstände in der mit 2,6 Millionen Einwohnern größten Stadt des Landes ausgewertet. Die Unglücksorte wurden dann am Computer mit Läden oder öffentlichen Einrichtungen mit mehr als 20 Niederlassungen in Beziehung gesetzt. Das Ziel war, jene Orte zu finden, in deren Umkreis von weniger als 100 Metern sich in der Vergangenheit die meisten nicht-traumatischen Herzstillstände ereignet hatten.

Die „Hitliste“ wurde von Tim Hortons angeführt, einer kanadischen Schnellrestaurant-Kette mit 300 Filialen in Toronto. 286 der 2.654 nicht-traumatischen Herzstillstände hatten sich in der Nähe von einer der Filialen ereignet. Platz 2 fiel auf Starbucks – die Kette hat vor allem im Innenstadtbereich viele Geschäfte. Auf den folgenden Plätzen fanden sich neben Coffee-Shops und Fastfood-Restaurants auch die Geldautomaten der Banken. Die Geldautomaten wären laut Chan besonders geeignet für öffentliche AEDs, da sie rund um die Uhr geöffnet sind und die notwendige elektrische und sicherheitstechnische Infrastruktur für die AEDs bereithalten.

Chan hat noch weitere Vorschläge, wie AEDs in Notfällen rasch zur Verfügung gestellt werden könnten. Dazu gehören Drohnen, die sich nach dem Eintreffen eines Notrufs automatisch zum Mobiltelefon des Anrufers in Bewegung setzen. Diese Idee dürfte derzeit technisch noch nicht umsetzbar sein. AEDs in der Nähe von Geldautomaten wären jedoch eine realistische Möglichkeit. © rme/aerzteblatt.de

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