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Terminservice der KVen ab April auch für Psychotherapeuten

Donnerstag, 23. März 2017

/shootingankauf, stock.adobe.com

Berlin – Ab dem 1. April müssen die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereini­gun­gen (KVen) auch freie Termine bei Psychotherapeuten vermitteln. Ergänzend zu der seit Anfang 2016 laufenden Terminvermittlung bei Fachärzten können sich gesetzlich krankenversicherte Patienten künftig auch bei der Suche nach einem Termin für ein the­rapeutisches Erstgespräch oder für eine Akutbehandlung unterstützen lassen. Das sieht die im Zuge der Reform der ambulanten Psychotherapie geänderte Psychothera­pie-Richt­linie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses vor.

Vor diesem Hintergrund hat die KV Telematik GmbH (KVTG) bereits Ende vergangenen Jahres damit begonnen, den „eTerminservice“, ein elektronisch gestütztes Wartezeiten­manage­ment für Facharzttermine, um den Bereich Psychotherapie zu erweitern. Die im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelte Lösung nutzen in­zwischen zwölf KVen voll und die KV Schleswig-Holstein teilweise, berichtete Sebastian Bernhardt, KVTG, beim 3. KVTG-Partnermeeting in Berlin.

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Die Arztpraxen und künftig auch die Psycho­therapeuten können die Termine selbst on­line melden, wohingegen die Termin­vermittlung asynchron durch die Servicestellen er­folgt. Umgesetzt wurden zwei Anwen­dungsfälle: die Vermittlung von Terminen für die psy­chotherapeutische Sprechstunde und von Erstterminen für die psychotherapeutische Akutbehandlung.

„Wir haben mittlerweile Termine von 14.000 Facharztpraxen und Psychotherapiepraxen im System. Dahinter liegen die gut gepflegten Stammdaten von über 80.000 Praxen in Deutschland“, erklärte Bernhardt. Im Jahr 2016 seien mehr als 72.000 Termine frist­ge­recht vermittelt worden, das heißt, die Termine wurden innerhalb einer Woche und nicht weiter entfernt als in einem Zeitraum von vier Wochen vergeben.

Keine Überweisung für Erstgespräch erforderlich

Grundsätzlich ist für die Vermittlung in eine Psychotherapiesprechstunde keine Über­weisung erforderlich, und es gibt auch keine Unterscheidung nach Dringlichkeit. Aller­dings ist für die Vermittlung zur Akutbehandlung die Empfehlung eines Therapeuten er­forderlich, die Patienten im Bedarfsfall bei einem Erstgespräch erhalten.

Für die Ver­mitt­lung der Psychotherapeutentermine wurden laut Bernhardt zusätzlich Ter­min­profile im System hinterlegt, um etwa die spezifische Dauer und Art der Termine, die sich von de­nen der Fachärzte unterscheiden, kennzeichnen zu können. Über die Start­seite des Dienstes werde es zudem direkt möglich, neben den bisherigen über­weisungs­freien Fachgruppen auch die Suche nach psychotherapeutischen Sprech­stunden zu starten.

Benachrichtigungsfunktion implementiert

Neu implementiert wurde zudem eine Benachrichtigungsfunktion. Praxen können jetzt nicht nur in der Web-Anwendung ihre Terminplanung sehen, sondern sie werden pro­aktiv aus dem System heraus per E-Mail oder Fax darüber informiert, wenn eine neue Buchung eingegangen ist. Zusätzlich wird Bernhardt zufolge über eine Schnittstelle zur Praxissoftware über KV-Connect nachgedacht, über die solche Benachrichtigungen laufen könnten.

Die Terminservicestellen vermitteln ebenso wie bei den Fachärzten keine „Wunsch­ter­mine“ beim „Wunsch-Psychotherapeuten“. Darauf weist die KV-Nordrhein (KVNO) in ei­ner Pressemitteilung hin. Frank Bergmann, KVNO-Vorsitzender, rät deshalb Betroffe­nen, sich weiterhin zunächst direkt an den Therapeuten ihrer Wahl zu wenden, um einen Ter­min zu vereinbaren.

Die Servicestelle muss Patienten einen Termin bei einem niedergelassenen Psycho­the­ra­peuten innerhalb von vier Wochen und im Radius einer maximalen Fahrzeit von 30 Mi­nuten mit öffentlichen Verkehrsmitteln anbieten. Ist dies nicht möglich erhalten Patienten einen Termin in einer stationären Einrichtung. © KBr/pb/aerzteblatt.de

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