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Medizin

DHA-Supplemente in der Schwangerschaft ohne Auswirkungen auf die Intelligenz der Kinder

Donnerstag, 23. März 2017

/dima_pics stock.adobe.com

Adelaide – Die Einnahme von Fischölkapseln mit Docosahexaensäure (DHA) in der Spätschwanger­schaft hat den Intelligenzquotienten der Kinder bei der Einschulung nicht verbessert. Dies zeigen die Ergebnisse einer placebokontrollierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2017; 317: 1173-1175).

Mehr als 700 Frauen hatten im Rahmen der australischen „DOMInO 7“-Studie in der Spätschwangerschaft täglich eine Kapsel mit 800 mg DHA oder Placebo eingenommen. Das Team um Jacqueline Gould vom South Australian Health and Medical Research Institute (SAHMRI) in Adelaide war damals zuversichtlich, dass die mehrfach ungesättigte Fettsäure in die Membran der Nervenzellen eingebaut wird und den Kindern später bessere Startchancen verschafft. Schon die vor drei Jahren veröffentlichten Zwischenergebnisse waren jedoch ernüchternd. Weder die Eltern, noch die Untersucher konnten damals einen Entwicklungsvorsprung der Kinder nachweisen (JAMA 2014; 311: 1802-1804).

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Die jetzt vorliegenden Endergebnisse bestätigen diesen Eindruck. Gould konnte 543 Kinder (85 Prozent der ursprünglichen Gruppe) im Alter von sieben Jahren untersuchen. Die Kinder der DHA-Gruppe wiesen einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 98,31 Punkten auf, in der Placebogruppe lag er bei 97,32 Punkten. Der Vorsprung von 1,30 Punkten hätte den Kindern vermutlich keine Vorteile in der Schule gebracht und er war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von −0,47 bis 3,08 statistisch auch nicht signifikant, ein Zufallsergebnis kann also nicht ausgeschlossen werden. 

Auch in den Untergruppen des IQ-Tests zur Sprache, zur Lernfähigkeit und zu den Verstandsfunktionen gab es keine Unterschiede. Einzig beim logischen Denken („perceptual reasoning“) schnitt die DHA-Gruppe etwas besser ab. Dafür zeigten die Kinder aber nach Einschätzung der Eltern häufiger Verhaltensprobleme sowie Defizite im vernünftigen Handeln. Aber auch in diesen Unteraspekten der Intelligenz waren die Unterschiede gering und vermutlich für die Entwicklung der Kinder nicht relevant.

Frühere Publikationen der Studie hatten gezeigt, dass DHA die Schwangerschaft verlängert und die Rate von Frühgeburten leicht senkt. Eine andere Studie aus Dänemark kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Eicosapentaensäure plus Docosahexaensäure in der Spätschwanger­schaft eine gewisse präventive Wirkung gegen Asthmaerkrankungen im Kleinkindalter hat. © rme/aerzteblatt.de

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