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Muslimische Pflegekraft scheitert mit Klage gegen Entlassung

Freitag, 24. März 2017

Mannheim – Weil eine muslimische Pflegehelferin keine männlichen Patienten waschen wollte, hat ihr Arbeitgeber sie entlassen – mit Recht, wie das Arbeitsgericht Mannheim entschieden hat. Es wies gestern eine Klage der 40-Jährigen ab. Nur eine Woche lang hatte die gebürtige Litauerin für den ambulanten Pflegedienst gearbeitet, ehe das Un­ternehmen sie entließ.

„Ich will doch nur für mein Recht kämpfen zu arbeiten“, hatte die Frau erklärt, bevor sie im Gerichtssaal Platz nahm. Seit drei Jahren lebe sie in Deutschland und wolle sich nur integrieren, sagte sie. In Litauen habe sie Medizin studiert, aber in Deutschland fehle ihr die Arbeitserlaubnis. Deswegen schlage sie sich als Pflegehilfe und hauswirtschaftliche Betreuerin durch. „Ich fühle mich hier diskriminiert“, sagte sie. Sie verstehe nicht, warum ein so großes Unternehmen nicht darauf Rücksicht nehmen könne, dass es ihre Religion verbiete, Männer zu waschen.

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Richterin Sigrid Bouwhuis jedoch betonte: „Sie können Ihre Religion hierzulande frei aus­üben. Aber an Ihrem Arbeitsplatz kann Ihnen nicht alles zurecht gezaubert werden.“ Sie müsse sich daher an die Spielregeln halten. Außerdem greife in der sechsmonatigen Pro­be­zeit kein Kündigungsschutz. Und weil die Frau einen Tag zu spät Klage gegen ihre Entlassung eingereicht habe, sei diese Klage ohnehin unzulässig.

Die Chefin des Pflegedienstes betonte, dass einzig das Verhalten den männlichen Pa­tienten gegenüber zu der Entlassung geführt habe. „Wenn wir sie wegen ihrer Religion hätten diskriminieren wollen, dann hätten wir sie mit Kopftuch gar nicht erst eingestellt.“ Außerdem habe sie sich geweigert, Patienten auf Wunsch Zigaretten oder Alkohol zu kaufen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Dienstag, 28. März 2017, 23:59

Was hat dies mit der Religion zu tun?

Es gibt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen dem Waschen eines Patienten und der eingehenden körperlichen Untersuchung eines Patienten. Wenn die Frau Medizin studiert hat und ihre Auslegung des muslimischen Glaubens es ihr verbietet, einen Mann zu waschen, dann wird sie aus dem selben Grund auch nie als Ärztin arbeiten können.

Auch finde ich es irritierend, daß bei der Zuwanderung der letzten Jahre aus muslimischen Ländern es ausgerechnet eine Litauerin ist, welche den Islam derartig streng auslegt. Warum ist es nicht die syrische Ärztin oder Pflegekraft, die sich auf ihren Glauben beruft? Aus der Ferne fällt es mir naturgemäß schwer dies sicher zu beurteilen, aber wenn es nicht die Kernelemente des muslimischen Glaubensbekenntnisses handelt, dann bleiben noch der Übereifer eines Konvertiten, der Einfluß fundamentalistischen Gedankenguts oder einfach der Missbrauch von religiösen Motiven zwecks Arbeitsvermeidung. Die Behauptung sich in Deutschland integrieren zu wollen und der Rückzug auf die Religion innerhalb der ersten Arbeitswoche passen irgendwie nicht zusammen.
LNS

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