NewsMedizinEntzündlich rheumatische Erkrankungen: Antihypertensiva und Statine prophylaktisch einsetzen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Entzündlich rheumatische Erkrankungen: Antihypertensiva und Statine prophylaktisch einsetzen

Donnerstag, 30. März 2017

Entzündliches Rheuma betrifft nicht nur Gelenke, auch das Herz kann darunter leiden. /underdogstudios stock.adobe.com

Berlin – Kardiovaskuläre Komorbiditäten treten bei rheumatisch entzündlichen Erkrankungen immer mehr in den Vordergrund. Dadurch erhöht sich die Mortalität im Langzeitverlauf, schreiben Ärzte des Rheumazentrums Ruhrgebiet in Herne, der Universitätskliniken Düsseldorf und Essen sowie des Rheumazentrums München in einer Übersichtsarbeit, die im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 197–203). Sie empfehlen daher, das Herzrisiko bei Rheuma-Patienten alle fünf Jahre bei der Primärversorgung zu evaluieren.

Bei etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), axialer Spondyloarthritis (axSpA), Psoriasisarthritis (PsA) beziehungsweise systemischem Lupus erythematodes (SLE) ist auch das Herz betroffen, beispielsweise in Form einer Perikarditis, Myokarditis oder Vaskulitis. Basierend auf einer Literaturrecherche haben die Autoren um Jürgen Braun vom Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne die Herzbeteiligung bei verschiedenen entzündlich rheumatischen Erkrankungen untersucht. Für RA-Patienten lag die Odds Ratio in Bezug auf die Normalbevölkerung mit 12,5 am höchsten bei Herzklappenknoten. Hingegen war eine Aorteninsuffizienz eher unwahrscheinlich (OR: 1,7).

Anzeige

Rheumatologen müssten daher bei ihren Patienten auch auf die klassischen Risikofaktoren, wie arterielle Hypertonie und Hypercholesterinämie, achten, heißt es in der Studie. Antihypertensiva und Statine sollten Ärzte bereits zur Primärprophylaxe verabreichen, wenn dies den Leitlinien und Empfehlungen entspricht. Vor allem in Bezug auf ältere Patienten mit erhöhtem kardialen Risiko weisen die Autoren darauf hin, dass nicht-steroidale Antirheumatika nur nach Risikoabwägung erfolgen dürften. © gie/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. September 2020
Berlin – Trotz einer leichten Zunahme gibt es in Deutschland weiterhin zu wenig ambulant tätigte Rheumatologen. Das berichtet der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) in einem neuen
Rheumatologie: Berufsverband fordert attraktivere Weiterbildung
3. September 2020
Berlin – Die Rheumatologie müsse als Fachdisziplin „sexy und cool“ werden, sie müsse sich vom ihrem verstaubten Image in der Bevölkerung, beim Patienten, aber auch bei Studierenden lösen. Das forderte
Rheumatologen werben mit allen Mitteln um Nachwuchs
28. August 2020
Kilchberg – Auf den Nutzen von Physiotherapie, Eigenübungen und angepasstem Sport für Patienten mit Osteoarthritis weist die European League Against Rheumatism (EULAR) hin. Die Fachgesellschaft
Physiotherapie und Sport können Gelenkersatz bei Osteoarthritis hinauszögern
25. August 2020
Oxford – Das ehemalige Malariamittel Hydroxychloroquin, dessen Einsatz bei Patienten mit COVID-19 derzeit wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen umstritten ist, kann nach einer „Big-Data“-Analyse
Studie: Hydroxychloroquin könnte auch in der Rheumatherapie langfristig kardiale Risiken erhöhen
21. August 2020
Berlin – Der Mangel an Rheumatologen gefährdet mittlerweile die Versorgung in Deutschland. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gestern hingewiesen. Grund ist zu wenig
Rheumatologen sehen medizinische Versorgung gefährdet
17. August 2020
Berlin – Der Bewertungsausschuss hat zum ersten Oktober die Grundpauschale der Rheumatologen erhöht. Grund dafür ist der Mehraufwand, der ihnen durch die Indikationserweiterung podologischer Therapien
Grundpauschale von Rheumatologen steigt Anfang Oktober
6. August 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hat ihre Therapieempfehlungen für Rheumapatienten aktualisiert. Die neuen Richtlinien beziehen sich auf präventive Maßnahmen in Coronazeiten
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER