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Medizin

Kombinierte Nuss-Allergien seltener als angenommen

Dienstag, 28. März 2017

/graletta stockadobecom

Aurora – Patienten mit Allergie auf eine Baumnuss-Art wird häufig zu einem generellen Verzicht auf Nüsse geraten. Ein oraler Provokationstest auf andere Nussarten fiel in einer Studie in den Annals of Allergy Asthma & Immunology (2017; 10.1016/j.anai.2017.02.010) jedoch häufig auch dann negativ aus, wenn der Hauttest auf diese Nussarten positiv oder die IgE-Konzentration erhöht war.

Bei Patienten mit einer Erdnuss- oder Baumnussallergie wird häufig diagnostisch nach weiteren Sensibilisierungen gesucht. Da viele Erdnuss- oder Baumnussallergene gemeinsame Epitope haben, sind Kreuzreaktionen häufig. Der Hauttest zeigt dann eine Sensibilisierung auf mehrere Nüsse an, und auch die spezifischen IgE-Antikörper sind oft erhöht. Auf einen aufwändigen oralen Provokationstests, die derzeit beste Methode zur Diagnose einer relevanten Nahrungsmittelallergie, wird meistens verzichtet. 

Dabei sind Hauttest und IgE-Nachweis im Blut kein sicheres Zeichen für eine Nussallergie, wie Christopher Couch vom Anschutz Medical Campus in Aurora/Colorado und Mitarbeiter herausgefunden haben. Die Forscher werteten die oralen Provokationstests von 109 Patienten aus, bei denen nach der Diagnose einer Nussallergie (54 Mandeln, 28 Cashew-Nüsse, 27 Walnüsse, 18 Haselnüsse, 14 Pekannüsse, 13 Pistazien und 2 Paranüsse), Hauttest oder IgE-Nachweis auch auf andere Nüsse positiv ausgefallen waren.

In 124 oralen Provokationstests bestätigte sich der Verdacht auf eine zusätzliche Nussallergie in 110 Fällen nicht. Auch 46 Patienten mit einer Erdnuss-Allergie, bei denen Hauttest oder IgE-Nachweis positiv ausfiel, waren in einem oralen Provokationstest zu 96 Prozent ohne klinisch relevante Zweitallergie. Couch vermutet deshalb, dass vielen, wenn nicht den meisten Patienten mit einer einzelnen Erdnuss- oder Baumnuss-Allergie unnötigerweise vom Verzehr anderer Nüsse abgeraten wird. Zur Klärung müsste allerdings in jedem Falle ein oraler Provokationstest durchgeführt werden. Dieser Test darf allerdings nur unter Aufsicht eines Allergologen durchgeführt werden, der im Fall einer anaphylaktischen Reaktion sofort intervenieren kann.

© rme/aerzteblatt.de

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