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Ausland

Britisches Gericht lehnt Änderung zur Sterbehilfe ab

Freitag, 31. März 2017

London – Englands High Court hat gestern das Gesuch eines todkranken Briten abge­lehnt, der vor dem Hohen Gericht in London eine Gesetzesänderung bei der Sterbehilfe erstreiten wollte. Das Parlament habe sich auf Anweisung des Supreme Court, des obers­ten britischen Gerichtshofes, erst vor anderthalb Jahren mit einer möglichen Än­derung des Gesetzes zur Sterbehilfe beschäftigt und sich dagegen entschieden. Dem­entsprechend sei die Forderung des 67-Jährigen nach einer Überarbeitung der Recht­sprechung nicht gerechtfertigt, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Kläger, Noel Conway, leidet an der Motoneuronen-Erkrankung, einer schwerwie­gen­den Nervenkrankheit, und hat laut britischen Medienberichten nur noch weniger als zwölf Monate zu leben. Er hatte dem Gericht in einer Anhörung erklärt, dass ihm ohne Sterbehilfe ein „unerträglicher Tod“ bevorstehe.

Er habe sich mit der Tatsache abgefun­den, dass er sterben werde, aber nicht mit der Tatsache, dass er nicht den Zeit­punkt und die Art und Weise seines Todes bestimmen dürfe, erklärte Conway. Er wolle in seinem Heimatland sterben und nicht schon früher als nötig aus dem Leben scheiden, da­mit er die legale Sterbehilfe in der Schweiz in Anspruch nehmen könne, erklärte er den Medien. Angesichts des Urteils zeigte sich Conway „zutiefst enttäuscht“ und kündig­te an, in Berufung zu gehen.

Die Vorsitzende der Organisation „Dignity in Dying“, die sich für eine Änderung der Ster­behilfe in Großbritannien einsetzt und Conway vor Gericht vertrat, kritisierte die Ent­schei­dung ebenfalls. Laut Sarah Wooton hat das Parlament „bislang die Bitten von Ster­b­­enden wie Noel ignoriert.“ Das „aktuelle Gesetz funktioniert einfach nicht“, erklärte sie. Zudem spreche sich auch eine Mehrheit der Briten für Sterbehilfe für todkranke Men­schen aus, so Wooton weiter.

Beihilfe zum Suizid ist nach dem britischen Selbstmordgesetz von 1961 strafbar; direkte und aktive Sterbehilfe werden als Mord gewertet. Das britische Unterhaus hatte im September 2015 mit einer großen Mehrheit von 330 zu 118 Stimmen gegen eine Über­arbeitung des Gesetzes gestimmt. © kna/aerzteblatt.de

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