Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhaus­direktoren kritisieren neue Vergütung für ärztliche Notfallleistungen

Freitag, 31. März 2017

Berlin – Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) hat die ab dem 1. April geltende Abklärungspauschale scharf kritisiert. Im Dezember des vergangenen Jah­res hatte der Erweiterte Bewertungsausschuss die Neuregelungen für ärztliche Notfall­leis­tungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen.

Ziel der Abklärungspauschale ist es, die Notfallambulanzen in Kliniken zu entlasten. Für die Pauschale soll ein Notaufnahmearzt im Krankenhaus abklären, ob ein Notfallpatient stationär aufgenommen werden muss oder nicht. Wird er in die reguläre vertrags­ärztliche Versorgung weitergeleitet, kann die Klinik dafür 4,74 Euro am Tag beziehungs­weise 8,42 Euro in der Nacht in Rechnung stellen.

Der VKD kritisierte, dass für die Blitzabklärung nur rund zwei Minuten kalkuliert seien. „In so kurzer Zeit kann ein Patient doch dem Arzt kaum seine Beschwerden schildern“, sagte VKD-Präsident Josef Düllings. Ein älterer Mensch habe zum Beispiel meist mehre­re Krank­heiten, die mit in Betracht gezogen werden müssten. „Die Lösung des Problems sehen wir in den Notaufnahmen der Krankenhäuser nicht darin, Patienten nun tatsäch­lich nach häufig längerer Wartezeit unbehandelt wegzuschicken“, verwies Düllings. Das sei nicht zu verantworten. „Denn auch hinter einem Kopfschmerz kann sich eine Hirn­blu­tung verbergen“, so der Verbandspräsident.

Der VKD hat deshalb gefordert, dass Krankenhäuser zukünftig über die Vergütung der Notfallleistungen direkt mit den Krankenkassen verhandeln und über diese auch abrech­nen können. Das müsse gesetzlich verankert werden. „Es kann nicht weiterhin so sein, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen darüber entscheiden, wie unsere Arbeit in den ambulanten Notaufnahmen vergütet wird. Hier tut sich bei uns inzwischen bundesweit ein Defizit in Milliardenhöhe auf“, sagte Düllings.

Bei dem offenen Streit zwischen Kliniken und dem ambu­lan­ten System geht es um vor allem um jene Patienten, die sich zwar in der Not­aufnahme betreuen lassen, denen aber ebenso ein niedergelassener Arzt in seiner Praxis hätte hel­fen können, sei es in der re­gulären Praxisöffnungszeit oder im Rahmen des vertrags­ärztlichen Bereitschafts­dienstes. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte erst in dieser Woche neue Eck­punk­te vorgelegt, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten und die Versorgung zu verbessern. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. April 2018
Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich dagegen ausgesprochen, an jedem Krankenhaus mit einer Notaufnahme eine Portalpraxis einzurichten. „Es ist sinnvoll, die Portalpraxen an
Gutachten: Deutschland braucht 736 Portalpraxen
18. April 2018
Mainz – Die Gesamtvergütung für die Honorare der niedergelassenen Ärzte in Rheinland-Pfalz steigt in diesem Jahr um 2,4 Prozent, das entspricht rund 30 Millionen Euro. Darauf haben sich die
Gesamtvergütung in Rheinland-Pfalz steigt um 2,4 Prozent
12. April 2018
Hannover – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) will die Wartezeiten in den überfüllten Notaufnahmen der Kliniken des Landes drastisch verringern. Zwei Modellprojekte in Braunschweig
Niedersachsen will Wartezeit in Notaufnahmen reduzieren
11. April 2018
Potsdam – Vertragsärztliche Leistungen im Wert von 2,9 Milliarden Euro sind 2016 von den Krankenkassen nicht bezahlt worden. Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung, aus der zwei Drittel der
Kassenärzte fordern erneut Ende der Honorarbudgets
10. April 2018
Berlin – In der Diskussion um die Ausweitung der Sprechstundenzeiten von niedergelassenen Ärzten hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) jetzt Behauptungen des
Zi widerspricht Behauptung zum Arzteinkommen
9. April 2018
Berlin – Sollte die Bundesregierung die Sprechzeiten niedergelassener Ärzte für gesetzlich krankenversicherte Patienten ausdehnen, dann muss dies auch zusätzlich vergütet werden. Das hat der
Kassenärztliche Bundesvereinigung will mehr Geld bei mehr Sprechstunden
3. April 2018
Berlin – Am Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding hat gestern eine weitere Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) den Betrieb aufgenommen. Sie soll laut KV die Rettungsstelle

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige