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Medizin

Marathonlauf strapaziert die Nieren

Freitag, 31. März 2017

/Touch-stockphotocom

New Haven – Ein Marathonlauf scheint nicht unbedingt gesund für die Nieren zu sein. Vier von fünf Marathonläufern erfüllen am Ende des Rennens die Kriterien für das Anfangsstadium eines akuten Nierenversagens, wie aus einer Studie im American Journal of Kidney Diseases (2017; doi: 10.1053/j.ajkd.2017.01.045) hervorgeht.

Hitze, Flüssigkeitsmangel und eine verminderte Durchblutung sind Gift für die Nieren. Bergleute, Arbeiter auf Zuckerrohrplantagen, aber auch Soldaten in der Ausbildung sind deshalb anfällig für Nierenschäden. Denselben Risikofaktoren sind viele jüngere Menschen in ihrer Freizeit ausgesetzt, wenn sie beispielsweise an einem Marathonlauf teilnehmen. 

Nephrologen der Yale Universität haben Blut und Urin von 22 Teilnehmern des Hartford Marathon untersucht, der jedes Jahr in der Hauptstadt des US-Bundesstaates Conne­cticut stattfindet. Die Proben wurden 24 Stunden vor dem Lauf, unmittelbar nach dem Lauf und noch einmal 24 Stunden später entnommen. Im Blut wurden Kreatinin und Kreatininkinase bestimmt. Der Urin wurde auf Albumin sowie auf Marker für eine Nieren­schädigung und eine Nierenreparatur untersucht. Außerdem wurden die Sedimente mikroskopisch begutachtet.

Ergebnis: Bei 18 der 22 Amateure war es nach dem Rennen zu einem Anstieg des Serum-Kreatinin-Spiegels um das 1,5- bis 2-fache oder um 0,3 mg/dl gekommen. Sie erfüllten damit die Kriterien des Acute  Kidney Injury Networks (AKIN) für ein akutes Nierenversagen. Einige befanden sich sogar im Stadium AIN 2, wie Chirag Parikh von der Yale University in New Haven/Connecticut berichtet.

16 Teilnehmer hatten auch einen pathologischen Befund in der mikroskopischen Untersuchung. Die Nephrologen sahen Anzeichen einer tubulären Schädigung. Auch wenn sich alle Patienten recht schnell von den Schäden erholten (das Serumkreatinin war allerdings bei der Anschlussuntersuchung noch erhöht), stimmen die Ergebnisse Parikh nachdenklich, zumal der Hartford Marathon für viele Läufer nicht das einzige Rennen im Jahr ist und sie zudem regelmäßig trainieren müssen. Die Ergebnisse sollten dringend in weiteren Studien an einer größere Gruppe überprüft werden, um mögliche langfristige Auswirkungen zu ermitteln, fordert Parikh. © rme/aerzteblatt.de

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