Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schlafmangel erhöht Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall

Sonntag, 2. April 2017

/Edler von Rabenstein stockadobecom

Shenyang – Menschen mit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen sowie solche, die unter einem nicht erholsamen Schlaf leiden, haben einer Meta-Analyse im European Journal of Preventive Cardiology (2017; doi:10.1177/2047487317702043) zufolge ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Schlafstörungen sind in modernen Gesellschaften keine Seltenheit. In der DEGS1-Studie gab jeder dritte Erwachsene an, in den letzten vier Wochen unter potenziell klinisch relevanten Ein- oder Durchschlafstörungen zu leiden. Ein Fünftel berichtete zusätzlich über eine schlechte Schlafqualität. Experten sind sich einig, dass chronischer Schlafmangel die Gesundheit gefährdet. Dokumentiert sind Störungen von Stoffwechsel und Hormonsystem. Es kommt zum Anstieg des Blutdrucks sowie zu einer Zunahme von entzündlichen Zytokinen im Blut. Diese Folgen des Schlafmangels könnten ein erhöhtes Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklären.

Qiao He von der Chinesischen Medizinischen Universität in Shenyang und Mitarbeiter haben hierzu die Ergebnisse aus 15 prospektiven Kohortenstudien mit 160.867 Teilnehmern analysiert. In den Studien kam es nach einer medianen Nach­beobach­tungszeit von drei bis 29,6 Jahren zu 11.702 unerwünschten Ereignissen. Das Risiko auf ein kardio-zerebrales Ereignis war bei Menschen mit Einschlafstörungen um 27 Prozent erhöht (relatives Risiko 1,27; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,15-1,40). Durchschlaf­störungen erhöhten das Risiko um 11 Prozent (relatives Risiko 1,11 (1,04-1,19). Ein nicht erholsamer Schlaf war mit einem um 18 Prozent erhöhten Risiko auf ein Herz­infarkt oder Schlaganfall verbunden (relatives Risiko 1,18; 1,05-1,33). Einzig ein zu frühes morgendliches Erwachen war nicht mit einem erhöhten kardio-zerebralen Risiko verbunden.

Die relativen Risiken waren niedrig. Aufgrund der hohen Prävalenz könnten die Schlafstörungen jedoch einen beträchtlichen Anteil der kardio-zerebralen Ereignisse erklären. He hat hierzu leider keine Berechnungen angestellt. Die verantwortlichen Mechanismen kann die Studie nicht klären. Eine Schwäche der Studie ist, dass sie den Einfluss von Depressionen nicht berücksichtigt. Depressionen waren in früheren Untersuchungen ebenfalls mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Auch hier ist der Mechanismus ungeklärt. Menschen mit Depressionen leiden jedoch häufig unter Schlafstörungen, was eine mögliche Erklärung sein könnte. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14.12.17
Stereotaktische Strahlentherapie stoppt ventrikuläre Tachykardie
St. Louis – Eine stereotaktische Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger, der zur gezielten Behandlung von Hirntumoren entwickelt wurde, hat in einer Fallserie im New England Journal of Medicine......
10.12.17
Immunantwort nach Herzinfarkt wird im perikardialen Fettgewebe gesteuert
München – Cluster von Lymphozyten, die sich im perikardialen Fettgewebe des Herzbeutels befinden, sind entscheidend für die Aktivierung der Immunreaktion nach einem Herzinfarkt. Das berichten......
30.11.17
„Cardio-Patch“: Schlagendes Muskelpflaster soll Herzfunktion stärken
Durham/North Carolina – US-Bioingenieure haben aus Stammzellen einen funktionsfähigen künstlichen menschlichen Herzmuskel geschaffen. Der in Nature Communications (2017; doi:......
29.11.17
Schlaganfall­prävention bei Vorhofflimmern: Therapieauswahl im Versorgungsalltag
Berlin – Eine optimierte Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern mit oralen Antikoagulanzien zur Prävention eines Schlaganfalls haben Ärzte und Versorgungsforscher bei der Fachtagung......
27.11.17
Schlaganfall: Elektrostimulation verbessert Motorik von Ratten
Würzburg – Die elektrische Stimulation einer bestimmten Mittelhirnregion könnte Gangstörungen von Schlaganfallpatienten verbessern. Darauf weisen Studienergebnisse mit Ratten von Forschern der......
14.11.17
Nach Schlaganfall besteht ein erhöhtes Risiko für Herzinsuffizienz
Würzburg/Duisburg/Essen – Patienten mit einem Schlaganfall haben ein erhöhtes Risiko, eine chronische Herzschwäche zu entwickeln. Das berichten Wissenschaftler der Universitäten Würzburg und......
10.11.17
Finanzsorgen als Herzinfarktrisiko
Johannesburg – Finanzielle Sorgen können das Herzinfarktrisiko erhöhen. Besonders drückend scheinen die Probleme in Südafrika zu sein, wie die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie zeigen, die auf dem......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige