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Vermischtes

Krankenschwester erhält Bewährungsstrafe nach Medikamentenirrtum

Mittwoch, 5. April 2017

Frankfurt am Main – Weil sie einer Patientin das falsche Medikament verabreicht hatte, ist gestern eine 25 Jahre alte Krankenschwester vom Landgericht Frankfurt am Main zu 18 Mo­na­ten Ge­fängnis auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter gingen beim Ur­teil von fahrlässiger Tötung aus.

Die 63 Jahre alte Patientin war durch falsche Medikation verstorben. Sie hatte einen Tu­mor an der Lunge und war gesundheitlich stark angeschlagen. Statt des Beruhi­gungs­mittels Melperon erhielt sie von der Schwester den Drogenersatzstoff Methadon – wegen eines Lesefehlers der Fieberaufzeichnungen. Ein kurz darauf gegebenes Gegenmittel schlug beim geschwächten Körper nicht mehr an.

Der Krankenschwester wurde nicht nur der Lesefehler nachgewiesen. Schon mehrere Stunden vor der Medikamentengabe ha­be sie das vorgeschriebene Abgabeprotokoll ausgefüllt und damit den Kontrollmecha­nis­mus selber außer Kraft gesetzt, hieß es im Urteil. Für den tödlichen Herz-Kreislauf-Koll­aps habe es keine andere Ursache gegeben.

Die Angeklagte hatte die Verwechslung der Medikamente eingeräumt, sonst aber ge­schwiegen. Laut Urteil war das Unglück weder auf die Arbeitsbelastung noch auf sprach­li­che Probleme der Krankenschwester aus Polen zurückzuführen. „Fieberkurve und An­wei­sungen hatte der Computer in Druckschrift ausgedruckt.“ Der Verteidiger hatte Frei­spruch beantragt, er will das Urteil voraussichtlich in nächster Instanz anfechten. © dpa/aerzteblatt.de

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