NewsVermischtesKrankenschwester erhält Bewährungsstrafe nach Medikamentenirrtum
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Krankenschwester erhält Bewährungsstrafe nach Medikamentenirrtum

Mittwoch, 5. April 2017

Frankfurt am Main – Weil sie einer Patientin das falsche Medikament verabreicht hatte, ist gestern eine 25 Jahre alte Krankenschwester vom Landgericht Frankfurt am Main zu 18 Mo­na­ten Ge­fängnis auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter gingen beim Ur­teil von fahrlässiger Tötung aus.

Die 63 Jahre alte Patientin war durch falsche Medikation verstorben. Sie hatte einen Tu­mor an der Lunge und war gesundheitlich stark angeschlagen. Statt des Beruhi­gungs­mittels Melperon erhielt sie von der Schwester den Drogenersatzstoff Methadon – wegen eines Lesefehlers der Fieberaufzeichnungen. Ein kurz darauf gegebenes Gegenmittel schlug beim geschwächten Körper nicht mehr an.

Der Krankenschwester wurde nicht nur der Lesefehler nachgewiesen. Schon mehrere Stunden vor der Medikamentengabe ha­be sie das vorgeschriebene Abgabeprotokoll ausgefüllt und damit den Kontrollmecha­nis­mus selber außer Kraft gesetzt, hieß es im Urteil. Für den tödlichen Herz-Kreislauf-Koll­aps habe es keine andere Ursache gegeben.

Anzeige

Die Angeklagte hatte die Verwechslung der Medikamente eingeräumt, sonst aber ge­schwiegen. Laut Urteil war das Unglück weder auf die Arbeitsbelastung noch auf sprach­li­che Probleme der Krankenschwester aus Polen zurückzuführen. „Fieberkurve und An­wei­sungen hatte der Computer in Druckschrift ausgedruckt.“ Der Verteidiger hatte Frei­spruch beantragt, er will das Urteil voraussichtlich in nächster Instanz anfechten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. März 2020
Münster – Eine allgemeine Gefährdung durch Malaria verhindert nicht die Abschiebung einer Familie mit einem in Europa geborenen Kind nach Nigeria. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster
Kein Abschiebeverbot wegen Malariagefahr
12. März 2020
Heidelberg/Mannheim – Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim wegen der Heidelberger Bluttest-Affäre sind eingestellt worden. Das Verfahren gegen fünf Beschuldigte im Zusammenhang mit einem
Ermittlungen in Heidelberger Bluttest-Affäre eingestellt
6. März 2020
Berlin – Knapp vier Monate nach dem tödlichen Messerangriff auf den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat die Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Täter wegen Mordes angeklagt. Dem 57-Jährigen,
Vier Monate nach Angriff auf Arzt Weizsäcker: Anklage wegen Mordes
6. März 2020
Würzburg – Ein wegen schweren sexuellen Missbrauchs behinderter Jungen in Würzburg angeklagter Mann hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft umfangreich eingeräumt. „Er hat unter Tränen gesagt, dass er
Logopäde gesteht sexuellen Missbrauch behinderter Jungen
27. Februar 2020
Karlsruhe – Zehn Jahre nach Bekanntwerden des Skandals um mangelhafte Silikonbrustimplantate des französischen Herstellers PIP bleiben Haftungsfragen in Deutschland ungeklärt. Der Bundesgerichtshof
Haftungsfragen im Skandal um mangelhafte Silikonbrustimplantate weiter ungeklärt
25. Februar 2020
Braunschweig – Niedersachsen wehrt sich gegen die Millionenentschädigung für einen im Göttinger Transplantationsskandal freigesprochenen Arzt. Das Berufungsverfahren beginnt am 22. April dieses Jahres
Niedersachsen wehrt sich gegen Millionenzahlung in Organspendeskandal
25. Februar 2020
Geislingen – Nachdem sie offenbar ein Medikament mit dem Wirkstoff Methotrexat in zu hoher Dosierung erhalten hat, ist eine Patientin an der Helfenstein Klinik Geislingen (Kreis Göppingen) gestorben.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER