Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Krankenhäuser müssen auf Cyberattacken vorbereitet sein

Dienstag, 4. April 2017

/Uli-B, stock.adobe.com

Berlin – IT-Strukturen in Krankenhäusern sind ebenso wie Computersysteme von Firmen, Verwaltungen und Verbänden Ziel von Cyberattacken. Darauf hat die Messe Berlin im Vorfeld der Messe „Connecting Healthcare IT 2017“ (conhit) hingewiesen.

Michael Thoss, Sprecher des Bundesverbands der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter (KH-IT), betonte, dass die genaue Zahl der Cyberattacken auf Krankenhäuser in Deut­schland weiterhin kaum zu ermitteln sei, weil viele Kliniken die Angriffe nicht meldeten. Würden die gemeldeten Zwischenfälle zugrunde gelegt, dann komme man für das Jahr 2016 auf etwa 60 Cyberattacken auf Krankenhäuser. Bei rund 2.000 Krankenhäusern wäre das ein Anteil von etwa drei Prozent.

Laut Thoss ist dies eine mit anderen Branchen vergleichbare Größenordnung. Er warnt allerdings, dass die Bedrohungen zugenommen habe. „Krankenhäuser sind online sehr viel präsenter als früher“, erläutert er. Das liegt auch an gesetzlichen Vorgaben wie jenen zur intersektoralen Kommunikation oder zur Qualitätssicherung. „Je stärker Kranken­häu­ser digital präsent werden, umso stärker tauchen sie als Bedrohungsgruppe auf, da geht es dem Gesundheitswesen nicht anders als anderen Branchen“, so Thoss.

Das im Jahr 2015 verabschiedete Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informations­tech­ni­scher Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) zielt darauf ab, bei Betreibern kritischer Infra­struk­turen Defizite im IT-Bereich abzubauen. Derzeit wird konkretisiert, welche Einrichtun­gen genau als kritisch anzusehen sind. „Bei Krankenhäusern dürfte das an der Fallzahl festgemacht werden. Die Details sind noch in der Diskussion“, so Thoss.

Am Ende dieses Prozesses werde eine Rechtsverordnung stehen, die festlege, wen ge­nau das IT-Sicherheitsgesetz betreffe. „Dadurch wird das Gesetz quasi erst mit Leben er­füllt“, erläuterte Thoss. Für diese Einrichtungen werde unter anderem eine strenge Mel­de­pflicht gelten.

Er empfiehlt Krankenhäuser aber, schon jetzt aktiv zu werden. „Wir raten Kranken­häusern, sich unabhängig von der Rechtsverordnung für die öffentlich-private sogenannte UP KRITIS-Kooperation zwischen dem Bundesamt für Sicherheit in der Infor­mationstechnik und den Betreibern kritischer Infrastrukturen zu akkreditieren. So werden sie in die Informationsflüsse eingebunden und können Cyberattacken vertraulich mel­den“, so der IT-Sicherheitsexperte.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.09.17
Onlineprogramme sollten bei psychischen Erkrankungen stärker genutzt werden
Leipzig – Forscher wollen den Einsatz von Onlineprogrammen bei psychischen Erkrankungen beschleunigen. Während Depressionen und andere psychische Erkrankungen inzwischen häufiger als früher erkannt......
22.09.17
Digitalisierung benötigt Strategie, Augenmaß und Ruhe
Berlin – Um die Chancen der Digitalisierung für die Versorgung effizient nutzen zu können, bedarf es einer E-Health-Strategie. Zum einen müsse die Politik eine übergreifenden E-Health-Strategie......
20.09.17
Herzinsuffizienz: Telemedizin soll Krankenhaus­einweisungen verhindern
Stuttgart – Techniker Krankenkasse (TK), Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) Stuttgart und Philips haben einen bundesweiten Vertrag zur telemedizinischen, integrierten Versorgung (IV) von......
19.09.17
Pilotprojekt: Krankschreibung per Mausklick
Hamburg – Ab dem 1. Oktober können niedergelassene Ärzte in einem Pilotprojekt eine Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) für Patienten der Techniker Krankenkasse (TK) per Mausklick direkt aus der......
15.09.17
Hessen will Trendsetter bei E-Health sein
Frankfurt/Main – Das Land Hessen verstärkt seine Bemühungen, Telemedizin und E-Health stärker in der medizinischen Versorgung zu verankern, und will dabei „zum Trendsetter für das gesamte......
11.09.17
KV Thüringen fordert mehr Zeit für Einführung der Telematik­infrastruktur
Oberhof – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen fordert mehr Zeit für die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI). Realisterschweise seien dafür mindestens zwei......
06.09.17
Computerspiel-App soll Thrombose-Vorsorge verbessern
Kaiserslautern – Bewegungsübungen zur Thromboseprophylaxe sind bei Patienten nicht gerade beliebt. Wenn diese aber mit Computerspielen verbunden werden, steigt die Motivation, glauben Forscher der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige