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Politik

Bedingungen für personalisierte Medizin verbesserungswürdig

Dienstag, 4. April 2017

/SergeyVolkov, stock.adobe.com

Berlin – Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierte Forum Gesundheitsforschung empfiehlt eine deutschlandweite strategisch geplante Infra­struktur für die Hochdurchsatz-Sequenzierung. Die DNA-Sequenzierung bezeichnet das Ablesen der Nukleotidfolge auf der DNA. Moderne bioanalytische Verfahren erlauben mittlerweile die schnelle Sequenzierung ganzer Genome. „Hochdurchsatz-Verfahren“ ermöglichen heute DNA-Sequenzierungen in großem Maßstab.

„Die Medizin der Zukunft wird eine personalisierte Medizin sein. Maßgeschneiderte Prä­ven­tion, Diagnostik und Therapie können Realität werden“, heißt es in dem Strategie­pa­pier des Forums. Unabdingbare Basis dafür seien Next-Generation-Sequencing-Tech­no­lo­gien (NGS). Diese seien in Deutschland aber „zur Zeit nicht auf internationalem Top-Ni­veau“ – insbesondere fehle eine koordinierende Struktur.

„Die Nutzung der vorhandenen Ressourcen ist stark von individuellen Interessen und lokalen Gegebenheiten geprägt. Eine international kompetitive Forschung zum Wohle von Patienten ist so nicht durchführbar“, heißt es in dem Papier weiter. Damit Deutsch­land nicht international abgehängt werde, „bedarf es daher eines Paradigmenwechsels in der Etablierung und Nutzung der NGS-Infrastrukturen“, so die Wissenschaftler.

Forscher schlagen Netzwerk von Zentren vor

Sie schlagen vor, dazu ein deutschlandweites Netzwerk von Zentren aufzubauen. Diese sollen leistungsfähige Verfahren zur Bestimmung der Basenabfolge von Erbmolekülen zur Verfügung stellen – für die Forschung, aber auch für personalisierte Therapien, die auf individuelle genetische Dispositionen aufsetzen.

„Die Leistungen des Netzwerkes sollen grundsätzlich allen Forschern in Deutschland zu­gänglich sein“, fordern die Wissen­schaftler. Es sollte die Anwender aber auch im Vorfeld und im Nachgang der Sequenzierarbeiten beraten. Das nationale Netzwerk soll einem stringenten Management unterliegen, das die Zentren untereinander koordiniert, die übergreifende Netzwerkstrategie entwickelt und laufend aktualisiert.

Das Forum Gesundheitsforschung besteht seit dem Jahr 2015. Ihm gehören Vertreter der deutschen Forschungsorganisationen sowie der Wirtschaft auf dem Gebiet der Ge­sundheitsforschung an. Das Forum soll einen systematischen, organisations­über­grei­fen­den und kontinuierlichen Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren in der deutschen Gesundheitsforschung ermöglichen.

© hil/aerzteblatt.de

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