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Medizin

Pneumokokken: Neuer Impfstoff hat Erkrankungszahlen gesenkt

Mittwoch, 5. April 2017

Paris – Die Einführung hoch-valenter Konjugatimpfstoffe hat zu einem Rückgang von invasiven Pneumokokken-Erkankungen bei Kleinkindern geführt. Eine Auswertung des SpIDnet in Lancet Respiratory Medicine (2017; doi: 10.1016/S2213-2600(17)30110-8) zeigt aber auch, dass die Zahl der Erkrankungen durch Erreger, die durch die Impfstoffe nicht abgedeckt werden, zunimmt.

Während der traditionelle Polysaccharid-Impfstoff 23 Serotypen abdeckt, enthielten die ersten Konjugatimpfstoffe, die auch Kleinkinder in den ersten beiden Lebensjahren schützen, nur Antigene von sieben Serotypen (PCV7). Damit konnte in der Altersgruppe mit dem höchsten Risiko für invasive Pneumokokken-Erkrankungen nur ein Teil der Erkrankungen verhindert werden. Seit Anfang 2009 gibt es einen 10-valenten Impfstoff (PCV10) und im gleichen Jahr wurde PCV7 durch PCV13 ersetzt. 

Um die Auswirkungen zu ermitteln, führt das SpIDnet (für Streptococcus pneumoniae Invasive Disease network) im Auftrag des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) an neun Standorten in sieben europäischen Ländern eine Surveillance durch. Die Aufnahme der Impfung war gut. An sechs Standorten wurden mehr als 90 Prozent der Kinder geimpft, bei den anderen drei liegt die Impfquote zwischen 67 und 78 Prozent.

Wie Camelia Savulescu von EpiConcept in Paris und Mitarbeiter berichten, ist es in den ersten vier Jahren seit der Einführung der hochvalenten Impfstoffe zu einem Rückgang der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren um 47 Prozent gegenüber dem Zeitraum gekommen, an dem nur PCV7 zur Verfügung stand. Die relative Inzidenzrate (IRR) betrug 0,53 und war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,43 bis 0,65 signifikant. Der Rückgang gegenüber der Zeit vor Einführung von PCV7 betrug 55 Prozent.

Die Rückgang konzentrierte sich wie erwartet auf Erkrankungen durch Serotypen, die der Impfstoff abdeckt. Die „ökologische Nische“ die diese Serotypen hinterlassen haben, wurde jedoch teilweise durch andere Serotypen gefüllt, die nicht vom Impfstoff erfasst werden. Hier kam es, wie die Epidemiologen berichten, zu einem Anstieg um 62 Prozent (IRR 1,62; 1,09-2,42). Weitere Untersuchungen sollen nach Auskunft der ECDC jetzt klären, ob die Erkrankungen durch die nicht abgedeckten Serotypen weiter zunehmen und dadurch Teile des erfolgreichen Impfprogramms infrage stellen.

© rme/aerzteblatt.de

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