Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bayern beschließt freiwillige Interessenvertretung für Pflegekräfte

Donnerstag, 6. April 2017

München – Bayerns Pflegekräfte können bald auf die Unterstützung einer eigenen In­te­ressenvertretung setzen. Der Landtag in München stimmte heute für die Einrichtung ei­ner „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“. Das Gesetz tritt am 1. Mai in Kraft. Bis zum Herbst soll ein Gründungsausschuss berufen werden. Im Gegensatz zu einer Pflege­kam­mer ist die Mitgliedschaft in der Vereinigung freiwillig und kostenlos. Sie soll bei allen Ge­setzgebungsverfahren und sonstigen Regierungsvorhaben, die die Pflege betreffen, an­gehört und eingebunden werden.

„Mit diesem Konzept nutzen wir die wesentlichen Vorteile einer klassischen Kammer, ohne gleichzeitig die Pflegekräfte mit Pflichtmitgliedschaft und Pflichtbeiträgen zu belas­ten“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU). Deshalb könne der „bayerische Weg“ Vorbild für andere Bundesländer in der bundesweit geführten Pflegekammer-De­batte sein.

Der Deutsche Pflegerat und andere Berufsverbände hatten zuvor eine Pflegekammer mit Pflichtmitgliedschaft gefordert. Ursprünglich hatte auch die Staatsregierung eine Pflege­kammer einrichten wollen. In einer Umfrage sprachen sich aber nur 50 Prozent der Be­frag­ten dafür aus. In Bayern gibt es rund 130.000 Pflegefachkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung, hinzu kommt eine statistisch nicht erfasste Anzahl von Pflege­kräften mit anderen Ausbildungsberufen.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) begrüßte den Beschluss. „Statt auf Zwang setzt Bayern auf überzeugenden Gestaltungswillen“, sagte der bpa-Lan­des­vorsitzende Kai A. Kasri. Nun liege es an den Pflegekräften, diese weg­wei­sende Möglichkeit offensiv zu nutzen. Kritik kommt vom Deutschen Berufsverband für Pflege­berufe (DBfK). Der in Bayerin eingeschlagene Weg schieße die „Profession Pflege auf Landes- und Bundesebene ins Aus“, sagte DBfK-Geschäftsführerin Marliese Bieder­beck in München.

Als großes Manko wertet der DBfK, dass die geplante Interessensvertretung auf frei­willi­ger Basis, so wie sie jetzt kommt, nicht im Heilberufekammergesetz verankert sein wird. Damit sei die Profession Pflege nicht in der Lage, ihre Belange als gleichwertiger Partner im Gesundheitswesen zu verhandeln. Mit dem bayerischen Modell befürchtet der DBfK auch deshalb eine Schwächung der Pflege, weil Bayern bei Gründung einer Bundespfle­ge­kammer außen vor sein würde und wichtige pflegepolitische und pflegefachliche Be­lange nicht mitgestalten könnte. In vielen anderen Bundesländern wird derzeit eine Pfle­ge­kammer auf den Weg gebracht. © dpa/may/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25. Mai 2018
München – Der Aufbau des elektronischen Polleninformationsnetzwerkes (ePIN) in Bayern schreitet weiter voran. Mittlerweile laufen vier von acht elektronischen Messstationen im Testbetrieb. Das Projekt
Bayern baut Polleninformationsnetzwerk weiter aus
22. Mai 2018
München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns erweitert die Versorgung mit Bereitschaftsdienstpraxen im Freistaat. Dazu eröffnet sie drei neue Einrichtungen in München und eine neue
Vier neue Bereitschaftsdienstpraxen in Bayern
11. Mai 2018
Hannover – Begleitet von Kritik und gerichtlichen Klagen nimmt die Ende 2016 beschlossene Pflegekammer in Niedersachsen Gestalt an. Die mehr als 70.000 Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger
Pflegekammer Niedersachsen nimmt Gestalt an
10. Mai 2018
München – Immer mehr Menschen in Bayern erleiden einen Schlaganfall. Zwischen 2011 und 2016 stieg die Zahl der Patienten an Kliniken im Freistaat mit dieser Diagnose um etwa acht Prozent an, wie das
Zahl der Schlaganfälle in Bayern steigt
8. Mai 2018
München – Drei Viertel der Beschäftigten in Bayern hatten laut einer Umfrage für die DAK-Gesundheit im vergangenen Jahr Rückenschmerzen. Rückenschmerz sei damit die zweitwichtigste Diagnose nach
4,5 Millionen Ausfalltage wegen Rückenschmerzen in Bayern
27. April 2018
München – Bayern will Kliniken im ländlichen Raum weiterhin finanziell unterstützen. Insgesamt sollen in der kommenden Legislaturperiode drei Milliarden Euro in den Krankenhausbau fließen, teilte das
Bayern: Drei Milliarden Euro für Kliniken
26. April 2018
München – Mit einer Geldprämie für Beamte will die Staatsregierung die Auszahlung des Landespflegegelds wie von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt bis September ermöglichen. „Für die

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige