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Ärzteschaft

Was die medizinischen Fachgesellschaften von der Politik erwarten

Donnerstag, 6. April 2017

Berlin – Eine enge Zusammenarbeit der Gesundheitspolitik mit der wissenschaftlichen Medizin fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fach­ge­sellschaften (AWMF). Im Mittelpunkt des politischen Handelns müsse immer stehen, die medizinische Versorgung aller Bürger zu verbessern. Die AWMF hat diese Grund­satz­for­derung in einem Positionspapier zur Bundestagswahl näher erläutert und in fünf Einzel­for­derungen aufgelöst.

Größte fachliche Kompetenz

Zunächst sei darauf zu achten, dass bei gesundheitspolitischen Entscheidungen stets die Ebene mit der größten fachlichen Kompetenz tätig sei. Dies können je nach Thema der Bund, die Länder, aber auch die Selbstverwaltung sein. Die Fachgesellschaften for­dern, dabei mehr und früher als bisher einbezogen zu werden. „In der AMWF sind alle me­dizinischen Fächer, die meisten interdisziplinären Themenbereiche und neben Ärzten auch viele weitere Gesundheitsberufe vertreten“, erinnern die Autoren des Positions­pa­pieres.

Unabhängige Finanzierung von Leitlinien

Sie wünschen sich zweitens eine unabhängige Finanzierung der Entwicklung und Imple­men­tie­rung von Leitlinien. Diese „fassen das medizinische Wissen auf dem jeweils aktu­ellen Stand zusammen und liefern damit die Basis für ärztliche Entscheidungen zum Wohl des einzelnen Patienten“, heißt es in dem Positionspapier.

Eingren­zung des Antibiotikaeinsatzes

Dem Infektionsschutz widmet sich die dritte Forderung der AWMF: Der unkritische Ein­satz von Antibiotika in Medizin und Landwirtschaft habe Infektionen mit antibiotikaresis­ten­ten Keimen zu einem „Gesundheitsproblem ersten Ranges“ gemacht. „Die Eingren­zung des Antibiotikaeinsatzes zugunsten weniger schädlicher Hygienemaßnahmen und die Entwicklung neuer Antiinfektiva mit staatlicher Förderung sind dringend erforderlich“, verlangen die medizinischen Experten.

Rahmenbedingung für Gesundheitsforschung verbessern

Darüber hinaus wünschen sich die AWMF-Autoren von einer künftigen Bundes­regierung, die Rahmenbedingungen für die Gesundheitsforschung zu verbessern. „Die Arzneimittel- und die Medizinproduktegesetzgebung haben in den letzten Jahren zunehmend höhere Hürden für die akademische klinische Forschung aufgebaut“, kritisieren die Autoren. Damit drängende Forschungsfragen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung wieder ohne Verzögerung bearbeitet werden könnten, benötige die akademische klini­sche Forschung erleichterte Rahmenbedingen.

Nachwuchsförderung in der Medizin sicherstellen

Eine weitere Forderung der AWMF – fünftens – zielt auf die Personalentwicklung und Nachwuchsförderung in der Medizin. So sei es wichtig, Karrierepfade für Ärzte und me­di­zinische Wissenschaftler durch ausreichende finanzielle Mittel sicherzustellen. „Weiterhin müssen die Zahl der Studienplätze sowie die Personalschlüssel in der Pflege/dem He­bam­menwesen an die steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen angepasst wer­den“, so die AWMF. © hil/aerzteblatt.de

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