Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Was die medizinischen Fachgesellschaften von der Politik erwarten

Donnerstag, 6. April 2017

Berlin – Eine enge Zusammenarbeit der Gesundheitspolitik mit der wissenschaftlichen Medizin fordert die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fach­ge­sellschaften (AWMF). Im Mittelpunkt des politischen Handelns müsse immer stehen, die medizinische Versorgung aller Bürger zu verbessern. Die AWMF hat diese Grund­satz­for­derung in einem Positionspapier zur Bundestagswahl näher erläutert und in fünf Einzel­for­derungen aufgelöst.

Größte fachliche Kompetenz

Zunächst sei darauf zu achten, dass bei gesundheitspolitischen Entscheidungen stets die Ebene mit der größten fachlichen Kompetenz tätig sei. Dies können je nach Thema der Bund, die Länder, aber auch die Selbstverwaltung sein. Die Fachgesellschaften for­dern, dabei mehr und früher als bisher einbezogen zu werden. „In der AMWF sind alle me­dizinischen Fächer, die meisten interdisziplinären Themenbereiche und neben Ärzten auch viele weitere Gesundheitsberufe vertreten“, erinnern die Autoren des Positions­pa­pieres.

Unabhängige Finanzierung von Leitlinien

Sie wünschen sich zweitens eine unabhängige Finanzierung der Entwicklung und Imple­men­tie­rung von Leitlinien. Diese „fassen das medizinische Wissen auf dem jeweils aktu­ellen Stand zusammen und liefern damit die Basis für ärztliche Entscheidungen zum Wohl des einzelnen Patienten“, heißt es in dem Positionspapier.

Eingren­zung des Antibiotikaeinsatzes

Dem Infektionsschutz widmet sich die dritte Forderung der AWMF: Der unkritische Ein­satz von Antibiotika in Medizin und Landwirtschaft habe Infektionen mit antibiotikaresis­ten­ten Keimen zu einem „Gesundheitsproblem ersten Ranges“ gemacht. „Die Eingren­zung des Antibiotikaeinsatzes zugunsten weniger schädlicher Hygienemaßnahmen und die Entwicklung neuer Antiinfektiva mit staatlicher Förderung sind dringend erforderlich“, verlangen die medizinischen Experten.

Rahmenbedingung für Gesundheitsforschung verbessern

Darüber hinaus wünschen sich die AWMF-Autoren von einer künftigen Bundes­regierung, die Rahmenbedingungen für die Gesundheitsforschung zu verbessern. „Die Arzneimittel- und die Medizinproduktegesetzgebung haben in den letzten Jahren zunehmend höhere Hürden für die akademische klinische Forschung aufgebaut“, kritisieren die Autoren. Damit drängende Forschungsfragen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung wieder ohne Verzögerung bearbeitet werden könnten, benötige die akademische klini­sche Forschung erleichterte Rahmenbedingen.

Nachwuchsförderung in der Medizin sicherstellen

Eine weitere Forderung der AWMF – fünftens – zielt auf die Personalentwicklung und Nachwuchsförderung in der Medizin. So sei es wichtig, Karrierepfade für Ärzte und me­di­zinische Wissenschaftler durch ausreichende finanzielle Mittel sicherzustellen. „Weiterhin müssen die Zahl der Studienplätze sowie die Personalschlüssel in der Pflege/dem He­bam­menwesen an die steigenden Anforderungen im Gesundheitswesen angepasst wer­den“, so die AWMF. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.10.17
World Health Summit fordert mehr Einsatz für globale Gesundheit
Berlin – „Gesundheit ist eine politische Entscheidung!“ Mit dieser Feststellung und dem Appell, mehr für die Weltgesundheit zu tun, ist der World Health Summit in Berlin zu Ende gegangen. Die Tagung......
18.10.17
Zwischenlösung im Streit um „Obamacare“
Washington – Im Streit um das Gesundheitssystem in den USA haben sich Demokraten und Republikaner im US-Senat auf eine Zwischenlösung geeinigt. „Wir möchten, dass sich die Menschen in den kommenden......
13.10.17
Klares Signal gegen europäische Gesundheitsnormen
Berlin – Ein „klares Signal gegen die Ausweitung der europäischen Normungstendenzen“ haben Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Deutsche Sozialversicherung gesetzt. Auf......
10.10.17
Trump spricht im Streit um Gesundheitsreform Demokraten an
Washington – Nach den wiederholten gescheiterten Versuchen der Republikaner sucht US-Präsident Donald Trump eine Zusammenarbeit mit den Demokraten bei der Gesundheitsreform. Er habe den Chef der......
28.09.17
Trump kündigt Präsidentenerlass zum Gesundheitssystem an
Washington – US-Präsident Donald Trump will sich nach dem erneuten Scheitern einer Gesundheitsreform nun offenbar an eine Verbesserung der Kran­ken­ver­siche­rung „Obamacare“ machen. Er wolle wohl schon......
27.09.17
Republikaner scheitern mit Reform, Obamacare bleibt in Kraft
Washington – Eines der zentralen Reformvorhaben von US-Präsident Donald Trump ist auf absehbare Zeit gescheitert. Eine für diese Woche geplante Abstimmung im Senat über ein neues Gesundheitssystem......
25.09.17
US-Republikanern droht neue Pleite bei Gesundheitsreform
Washington – Die US-Republikaner müssen damit rechnen, dass auch ihr neuer – und möglicherweise vorerst letzter – Anlauf zur Abschaffung der Gesundheitsreform von Barack Obama scheitert. Die Senatorin......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige