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Hochschulen

Medizinische Hochschule: 46 Studenten ziehen ins „Skills Lab“ in Brandenburg

Donnerstag, 6. April 2017

Brandenburg/Havel – Zwei Jahre nach der Eröffnung geht die Medizinische Hochschule Brandenburg in die zweite Phase. Die ersten 46 Studenten beziehen ein neues Lehr­ge­bäude. Dort erwartet die angehenden Ärzte eine Menge High-Tech. „Viele Branden­bur­ger freuen sich schon auf einen Rundgang in ihrer ehemaligen Schule“, sagt Wilfried Pommerien und zeigt stolz auf das neue Lehrgebäude der Medizinischen Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“ (MHB).

Am kommenden Sonntag ist Tag der Offenen Tür in der frisch renovierten ehemaligen Nicolai-Schule in Brandenburg/Havel. Am Montag beziehen die ersten 46 Medizin­studen­ten ihr neues Lehrgebäude mit Seminarräumen, einem Vorlesungssaal und einem Trai­ningssaal für simulierte Operationen auf 1.400 Quadratmetern in drei Etagen. „Hier studieren die Ärzte von morgen“, verkündet ein großes Transparent auf der Fassade des Gründerzeitbaus.

Die ersten vier Semester haben die Studenten des ersten Jahrgangs auf dem neuen Campus der MHB in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) verbracht. Dort ging es um die theo­­r­etischen Grundlagen und erste praktische Übungen, auch mit Patienten in Haus­arztpra­xen. In den kommenden sechs Semestern stehen praktische Übungen zu Unter­su­chun­gen und Operationstechniken zunehmend im Mittelpunkt – mit digital aufgerüste­ten Puppen und Modellen einzelner Körperteile.

In den Regalen der zentralen Ausgabe im Erdgeschoss liegen Plastik-Totenköpfe, ein Kniegelenk und die Simulationspuppe „Little Anna“. „Daran können die Studenten Reanimationen üben“, erläutert Pommerien. Für die Übung von Geburtshilfe gibt es auch eine Babypuppe mit Nabelschnur und Mutterkuchen. Zwei Torsos mit Kunststoff­köpfen dienen als Simulationsmodelle für das Abhören von Herz, Lunge und Ober­körper.

„Die Studenten können dort verschiedene Schwierigkeitsgrade einstellen, auch gibt es Einstellungen für dicke oder dünne Patienten“, erläutert Pommerien. „Vor allem können sie das Abhören immer wieder wiederholen, um sicher zu werden.“ Die jeweils 20.000 Euro für die Beschaffung der beiden digitalen Patienten hat die Bürgerstiftung Bran­den­burg an der Havel gesammelt.

Der große Hörsaal liegt in der zweiten Etage, hinzu kommen zwei kleinere Seminar­räume. Die Seminare werden künftig auch in sechs Lehrkrankenhäuser im ganzen Land über­tra­gen, in die die Studenten ab dem achten Semester wechseln. Im ersten Stock wird das Trainingszentrum „Skills Lab“ mit zwei OP-Türmen eingerichtet. „Dort üben die Studenten Operationstechniken an Modellen“, erläuterte Pommerien.

Die von fünf kommunalen und gemeinnützigen Trägern gegründete Hochschule ist ne­ben den Gebühren in Höhe von insgesamt 115.000 Euro pro Studienplatz auf Spenden von Unternehmen und Stiftungen angewiesen, erläuterte die Geschäftsführerin des Städtischen Klinikums Brandenburg, Gabriele Wolters. Die alte Nicolaischule wurde von einem Investor saniert und ist für 25 Jahre an das Klinikum und die MHB vermietet.

Allein für die Einrichtung der Studienstätte waren 200.000 Euro nötig, für einen Teil da­von fanden sich Spender. Und das Geld für einen rund 100 000 Euro teuren OP-Simula­tions-Turm soll in den kommenden zwei Jahren eingesammelt werden. Bis dahin werden ein Leihgerät und ein ausgemusterter Turm eingesetzt. © dpa/aerzteblatt.de

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