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Medizin

Erstversorgung bei Schuss- und Explosions­verletzungen

Donnerstag, 6. April 2017

/Sascha Burkard stockadobecom

Köln – Bei Schuss- und Explosionsverletzungen sind hämodynamisch relevante Blutun­gen die führende Todesursache. Axel Franke und seine Koautoren erläutern im aktu­el­len Deutschen Ärzteblatt, wie die prä- und die innerklinische Versorgung von Betroffenen dieser Verletzungsentität aussehen sollte (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 237–43).

Um die Letalität zu reduzieren, müssen innerhalb der ersten zehn Minuten nach der Verletzung typische Komplikationen wie eine Verlegung der Atemwege, ein Spannungs­pneumothorax und Blutungen notfallmedizinisch behandelt werden. Da zudem eine zeitnahe chirurgische Blutstillung von hämodynamisch relevanten stammnahen oder Körperhöhlenblutungen erforderlich ist, sollte der Transport von betroffenen Personen priorisiert erfolgen. Blutungen an den Extremitäten können mit dem Tourniquet suffizient stabilisiert werden.

Bei der innerklinischen chirurgischen Versorgung steht die operative Stabilisierung im Vordergrund, indem lebensnotwendige Maßnahmen sofort und weitere erforderliche Interventionen innerhalb der nächsten 24 bis 72 Stunden durchgeführt werden. Wichtige Maßnahmen bei der initialen operativen Stabilisierung umfassen die Blutungskontrolle, Kontaminationskontrolle und Lavage, Vermeidung von Verletzungsfolgen und die Ischämie­prophylaxe.

Schuss- und Explosionsverletzungen kommen in Deutschland selten vor. Sie werden meist durch Unfälle mit Schusswaffen oder Gewaltverbrechen beziehungsweise unsach­gemäßen Umgang mit Explosivstoffen oder industrielle Schadensereignisse hervorge­rufen. Bei Großschadensereignissen und in besonderen Schadenslagen, wie etwa nach einem Amoklauf oder einem terroristischen Anschlag, kann durch eine frühestmögliche Behandlung der unmittelbar lebensbedrohlichen Komplikationen und durch eine Identifikation von Patienten mit lebensbedrohlichen Blutungen die Letalität reduziert werden. © Se/aerzteblatt.de

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