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Medizin

Tiefe Venenthrombose: Obere Extremitäten sind immer häufiger betroffen

Montag, 10. April 2017

Blutgerinnsel als Ursache für Venenthrombose /Kateryna_Kon stock.adobe.com
Zeichen einer venösen Stauung wie Schwellung, Schmerzen und Ödeme gehören zu den typischen, aber nicht spezifischen Symptomen einer Venenthrombose der oberen Extremitäten. /Kateryna_Kon stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Im Vergleich zu Venenthrombosen der unteren Extremitäten treten Blutgerinnsel in den oberen Extremitäten (TVT-OE) seltener auf. Jedoch steige die Inzidenz, schreiben die Autoren einer Übersichtsarbeit, die im Deutschen Ärzteblatt publiziert wurde (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 244–9). In ihrem systematischen Review fassen sie die begrenzte, heterogene Studienlage zu TVT-OE zusammen.

Jährlich tritt bei einem von 1.000 Menschen eine neue tiefe Venenthrombose auf. Bei vier bis zehn Prozent sind die oberen Extremitäten betroffen. 

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Als Ursache für die Zunahme der TVT-OE haben Forscher die vermehrte Anlage von zentralen Venenkathetern (ZVK) und Herzschrittmachern in Ver­dacht. Denn mehr als die Hälfte der Patienten mit einer TVT-OE haben einen Fremdkörper im Gefäßsystem. Mit einem erhöhten Risiko leben zudem Menschen im Alter ab 40 Jahren oder mit Tumorerkran­kungen. Chirurgische Eingriffe scheinen die Wahrscheinlichkeit für ein Blutgerinnsel in den oberen Extremitäten ungleich mehr zu erhöhen als in den unteren (53,8 Prozent versus 35,9 Prozent).

Die derzeit gültige S2-Leitlinie gibt jedoch keine konkrete Empfehlung, wie Ärzte eine TVT-OE diagnostizieren können. Liegt der Verdacht vor, raten die Studienautoren, das Blutgerinnsel mittels Sonografie abzuklären. Das sei die schnellste und auch einfachste Methode, lautet die Begründung. Kontrastmittel seien dabei nicht notwendig. Nur bei nicht eindeutigen Befunden könne eine Computertomographie oder Magnetresonanz-Phlebographie hinzugezogen werden.

Die Therapie der oberen und unteren Venenthrombosen sind ähnlich, schlussfolgern die Forscher um Jan Heil vom Universitätsklinikum Frankfurt auf der Grundlage ihrer Recherche. Zu Beginn profitieren die Patienten von einer Heparin-Therapie. Zu einem späteren Zeitpunkt sollten Ärzte orale Antikoagulanzien einsetzen. © gie/aerzteblatt.de

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