Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Zehn-Punkte-Plan der Medizintechnik zur Bundestagswahl

Freitag, 7. April 2017

Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat in einem Zehn-Punk­te-Plan zur Bundestagswahl eine neue Innovationskultur, die sich stärker an den Pa­tien­ten­bedürfnissen orientiert, gefordert. „Wir wollen mehr Transparenz und eine aktive Be­tei­li­gung in der Selbstverwaltung und den Gremien“, sagte BVMed-Vorstandsvorsitzender Meinrad Lugan bei der Vorlage des Positionspapiers auf der Mitgliederversammlung des Verbandes in Berlin. Vertreter der MedTech-Hersteller müssten dort, wo ihre Produktbe­reiche oder damit verbundene Verfahren betroffen seien, als Experten gehört und einge­bunden werden.

Zudem fordert der BVMed, dass die Erstattungs- und Bewertungssysteme an die Dyna­mik von medizinischen und technischen Weiterentwicklungen angepasst werden. Ein neues „Fortschrittsbeschleunigungsgesetz“ für medizinische Innovationen könnte dafür den gesetzlichen Rahmen bilden, heißt es in dem Positionspapier. Zur Verfah­rensbe­schleu­ni­gung sollte es auch ein Antragsrecht der Herstellerverbände im Gemein­samen Bundes­aus­schuss (G-BA) für neue Medizintechnologien geben.

Im Krankenhausbereich plädiert der BVMed für eine transparente, nachvollziehbare und überprüfbare Sachkostenkalkulation durch das Institut für das Entgeltsystem im Kran­ken­haus (InEK). Eine sinnvolle Mehrmengenregelung müsse auch die steigende Lebens­er­war­tung und Bevölkerungsentwicklung berücksichtigen. In der Hilfs­mittel­ver­sor­gung setzt sich der MedTech-Verband für einen Qualitäts- statt Preiswettbewerb ein. Die reine Preis­fokussierung – insbesondere bei Ausschreibungen – habe teilweise zu einer schlech­teren Versorgung mit Produkten und Dienstleistungen geführt, heißt es dazu in dem Papier. Ausschreibungen seien nicht in allen Hilfsmittelbereichen zweckmäßig. Ver­handlungsverträge sollten grundsätzlich die erste Vertragsoption sein.

Unabhängig davon ist laut BVMed neben den verpflichtenden Qualitätskriterien auch ein funktionierendes verbindliches, transparentes und bundeseinheitliches Vertrags­control­ling erforderlich. Für eine wirksame Vertragskontrolle im Hilfsmittelbereich bedarf es dem Verband zufolge einer Rechtsverordnung, die deutschlandweit vergleichbare Krite­rien für die Überprüfung normiert. Zudem sei eine frühe Einbindung der Leistungserbrin­ger und der Hersteller in die Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses unabdingbar.

Der Verband betont darüber hinaus die Notwendigkeit von standardisierten und spezia­lisierten Versorgungsstrukturen für die Behandlung chronischer Wunden. Dies könne durch ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) oder durch eine spezialisierte ambulante Wundversorgung (SAWV), in der auch die sonstigen Leistungserbringer als Wundversorgungsexperten einbezogen werden, erfolgen. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

25. April 2018
Görlitz/Lübeck – Der Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker will mit seinem Medizintechnik-Unternehmen Euroimmun den Siemens-Standort in Görlitz übernehmen. „Dass die Siemensianer nicht von heute auf
Euroimmun hat Interesse am Siemens-Standort in Görlitz
20. April 2018
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich in einem Schreiben an die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) für einen „Globalen Aktionsplan für ein gesundes Leben und das Wohlergehen aller
Appell von Deutschland, Norwegen und Ghana zur Weltgesundheit
19. April 2018
Essen/Oxford – Ein Perfusionsgerät soll für weniger Schäden bei Spenderorganen und eine längere Haltbarkeit sorgen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kühlungsmethode konserviert die maschinelle Technik
Maschinelle Durchblutung könnte Lebertransplantation verbessern
19. April 2018
Berlin – Eine intensive öffentliche Debatte um das Einwilligungs- oder Widerspruchsverfahren zur Organspende forderte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, heute in der
Bundesärztekammer: Montgomery fordert offene Debatte um Organspende
17. April 2018
Berlin – Das deutsche Gesundheitssystem braucht nach Einschätzung des Ökonomen Achim Wambach dringend mehr Wettbewerb. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) habe „eine herausfordernde Aufgabe vor
Monopolkommission mahnt Spahn zum Umbau des Gesundheitssystems
16. April 2018
Lichtenwalde – Sachsens CDU will Lücken in der medizinischen Versorgung verhindern. Dazu verabschiedete die Union auf einer Klausur in Lichtenwalde ein Positionspapier unter dem Titel „Von der Hebamme
CDU-Sachsen legt Positionspapier zur Gesundheitsversorgung vor
6. April 2018
Berlin/Potsdam – Geflüchtete Menschen müssen unabhängig von ihrem aufenthaltsrechtlichen Status einen Zugang zu einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung erhalten. Das hat die Bundes­ärzte­kammer

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige