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Ausland

Kürzungen im Gesundheitssystem verursachen extreme Kosten

Montag, 10. April 2017

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Wales – Jeder Pfund, der in die öffentliche Gesundheit investiert wird, spart im Schnitt Kos­ten von 14 Pfund ein. Das berichten Forscher des Local Public Health Team Wales und der University of Liverpool im Journal of Epidemiology & Community Health (2017; doi: 10.1136/jech-2016-208141). Sie stützen sich dabei auf einen systematischen Re­view mehrerer Studien.

Die Politik in Großbritannien hat ihre Ausgaben für die öffentliche Gesundheit in den ver­gangenen Jahren laut den Wissenschaftlern gekürzt. Die Forscher warnen andere Re­gie­­­rungen vor einem solchen Schritt „falscher Ökonomie“, der das Gesundheits­system zusätzlich beanspruche und überfordern könne.

Die Forscher haben für ihre Arbeit unter anderem den Return-on-Invest­ment (ROI) für die Ausgaben in die öffentliche Gesundheit untersucht. Insgesamt fand das Team 52 ge­eignete Studien aus vier Jahrzehnten. Diese befassten sich mit 29 ver­schiedenen Typen von Interventionen in Großbritannien, West-Europa, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland. Hierzu zählten Maßnahmen zum Schutz der öffent­lichen Gesundheit, Förde­rung einer guten allgemeinen Gesundheit sowie Gesetzge­bungs­verfahren. Eine genaue Analyse der Daten dieser Studien zeigte, dass eine Initia­tive im Bereich der öffentlichen Gesundheit eine durchschnittliche ROI von 14,3 für jeden Kostenaufwand betrug.

Die Wissenschaftler betonen, dass ihre Ergebnisse eindeutig zeigten, dass Investitionen in die öffentliche Gesundheit letztlich Kosten einsparten – im Gesundheitswesen und in der gesamten Wirtschaft.

Bereits binnen sechs bis zwölf Monaten könnten durch Investi­tionen beispielsweise in die Prävention maßgebliche Renditen erzielt werden. Für die zuletzt erhobenen Kürzungen von 200 Millionen Pfund müsse das Gesundheitssystem Großbritanniens nun mit etwa achtmal so hohen Kosten von 1,6 Milliarden Pfund rech­nen, so die Forscher.

Als Beispiele für besorgniserregende Entwicklungen, die nicht zuletzt auf die genannten Kürzungen zurückzuführen seien, nennen die Wissenschaftler die zunehmende Anzahl an schwangeren Minderjährigen, das Plus von Menschen mit sexuell übertragbaren Krankheiten sowie eine steigende Zahl von Obdachlosen und Selbstmorden. © hil/aerzteblatt.de

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