NewsMedizinGewichtsschwankungen verstärken kardiale Risiken in Lipidstudie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Gewichtsschwankungen verstärken kardiale Risiken in Lipidstudie

Montag, 10. April 2017

Waage Körpergewicht
/nenetus, stock.adobe.com

New York – Starke Fluktuationen des Körpergewichts erhöhen bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit offenbar das Risiko auf einen Herzinfarkt und einen vorzeitigen Tod. Dies kam in der Post-hoc-Analyse einer randomisierten klinischen Studie heraus, die jetzt im New England Journal of Medicine (2017; 376: 1332–134) publiziert wurde.

Die „Treating to New Targets“-Studie hatte zwischen 1998 und 2004 den Nutzen einer intensivierten cholesterinsenkenden Therapie auf die Prognose von Patienten mit koronarer Herzkrankheit untersucht. Die 10.001 Teilnehmer der Studie hatten im Verlauf der 4,7-jährigen Therapie regelmäßig mehrfach ihr Körpergewicht bestimmt. Sripal Bangalore vom Langone Medical Center der Universität New York hat die Fluktuationen im Körpergewicht mit den Endpunkten der damaligen Studie in Beziehung gesetzt. 

Anzeige

Ergebnis: Im obersten Quintil, wo das Körpergewicht im Verlauf der Studie median um 3,9 Kilogramm geschwankt hatte, kam es zu 64 Prozent häufiger zu neuen koronaren Ereignissen und zu 117 Prozent häufiger zu einem Herzinfarkt. Das Risiko eines kardio­vaskulären Ereignisses war um 85 Prozent erhöht, und die Zahl der Todesfälle war um 124 Prozent höher als im Quintil mit den geringsten Gewichtsschwankungen. Auch die Zahl der Neudiagnosen am Typ-2-Diabetes war um 78 Prozent erhöht, wie Bangalore herausfand.

Wie immer in Beobachtungsstudien, zu denen auch die Post-Hoc-Analyse einer rando­mi­sierten klinischen Therapiestudie gehört, kann von einer Assoziation nicht zwingend auf eine Kausalität geschlossen werden. Es bleibt denkbar, dass andere Faktoren für das erhöhte Risiko verantwortlich sind.

Auch eine reverse Kausalität, nach der die Gewichtsschwankungen Folge einer sich anbahnenden Gesundheitskrise wären, lässt sich nicht zwingend ausschließen. Die Studie hatte jedoch Patienten mit einer Herz­insuffizienz, bei denen es aufgrund der Wassereinlagerungen häufig zu Gewichts­schwan­kungen kommt, von der Teilnahme ausgeschlossen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. August 2020
London/Berlin – Die britische Regierung hat ein umfassendes Werbeverbot für stark kalorienhaltige Lebensmittel beschlossen, um das wachsende Problem von Übergewicht und seinen Folgeerkrankungen in der
Junkfood: Grüne für Werbeverbot nach britischem Vorbild
31. Juli 2020
Duisburg/Essen – Nicht nur die Lebensweise eines Menschen, sondern auch seine Gene können für Arterienverkalkungen verantwortlich sein, die häufig zu einer koronaren Herzkrankheit (KHK) führen. Das
Verkalkung der Herzgefäße kann erblich bedingt sein
27. Juli 2020
London – Mitten in der Coronakrise hat die britische Regierung eine breit angelegte Kampagne gegen Übergewicht und Fettleibigkeit in der Bevölkerung gestartet. Fettleibigkeit erhöhe das Risiko
Britische Regierung startet Großkampagne gegen Übergewicht
21. Juli 2020
Berlin – Die Zahl der Herzoperationen ist im vergangenen Jahr in Deutschland um rund 1,8 Prozent auf 100.446 Eingriffe gestiegen. 2018 hatte sie bei 98.707 gelegen. Das geht aus einer neuen Übersicht
Mehr als 100.000 herzchirurgische Eingriffe in Deutschland
7. Juli 2020
Ulm – Wegen der Coronakrise sind Patienten mit Herz-Notfällen zögerlich und oft verspätet ins Krankenhaus gegangen. Das bestätigt eine heute veröffentlichte Untersuchung des Universitätsklinikums Ulm.
Analyse bestätigt Rückgang von Herz-Notfall-Patienten
1. Juli 2020
Berlin – Zum Nutzen der CT-Angiografie (CTA) und des Stress-MRT in der Diagnostik von Koronaren Herzkrankheiten (KHK) gibt es „aussagekräftige Evidenz“. Das ist das Ergebnis einer systematischen
IQWiG hält Nutzenbewertung für nichtinvasive KHK-Diagnostik für sinnvoll
1. Juli 2020
Boston – Erwachsene, die häufig Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse verzehrten und die Aufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch und zuckerhaltigen Getränken einschränkten,
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER