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Medizin

Asthmamedikament Omalizumab hilft bei induzierbarer Urtikaria

Dienstag, 11. April 2017

Berlin – Der Anti-IgE-Antikörper Omalizumab, der zur Behandlung des allergischen Asthmas zugelassen ist, kann auch mit Erfolg bei der Kälteurtikaria und der Urticaria factitia eingesetzt werden, wie zwei Studien im Journal of Allergy and Clinical Immunology (2017; doi: 10.1016/j.jaci.2017.01.042 und 043) zeigen.

Kälteurtikaria und Urticaria factitia sind zwei Varianten der Nesselsucht, bei denen physikalische Reize wie Kälte oder Reibung stark juckende Quaddeln auf der Haut auslösen. Die Urtikaria kann die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen. So kann beispielsweise ein Patient mit einer Kälteurtikaria nicht in der Ostsee baden, ohne Gefahr zu laufen, einen allergischen Schock zu erleiden und keine Gegenstände in der Hand halten, die kühler sind als die Raumtemperatur. Bei Patienten mit einer schweren Urticaria factitia führt bereits die leichte Reibung der Haut durch enge Kleidung oder Körperkontakt zu quälendem Juckreiz.

In einer früheren Studie hatten Marcus Maurer vom Allergie-Centrum-Charité und Mitarbeiter herausgefunden, dass Omalizumab die Beschwerden von Patienten mit spontaner Urtikaria lindern kann. Die Urtikaria wird durch die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen ausgelöst. Auf welche Weise der Anti-IgE-Antikörper Omalizumab dies verhindert ist nicht genau bekannt. Die Wirkung dürfte aber mit der Bindung von Omalizumab auf IgE-Rezeptoren zusammenhängen, die sich auf Mastzellen befinden, die die Degranulation bei allergischen Reaktionen vermitteln.

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Jetzt hat das Team um Maurer Omalizumab an 61 Patienten mit Urticaria factitia und 31 Patienten mit Kälteurtikaria über einen Zeitraum von drei Monaten erprobt. Um die Effektivität der Behandlung zu überprüfen, wurde bei allen Studienteilnehmern der individuelle Schwellenwert zur Auslösung der Krankheitssymptome mithilfe objektiver Messverfahren bestimmt: Zunächst vor Gabe der Medikation, dann alle vier Wochen nach Erhalt der ersten zwei und zwei Wochen nach der letzten Gabe.

Im Ergebnis zeigte sich für beide Krankheitsbilder, dass Omalizumab zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden führte. Knapp die Hälfte der Patienten mit Kälteurtikaria und Urticaria factitia waren nach der Behandlung sogar vollständig vor dem Auftreten der Beschwerden geschützt – auch nach Kontakt mit den entsprechenden Reizen. © rme/aerzteblatt.de

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