Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Parkinson-Früh­erkennung im Fokus

Dienstag, 11. April 2017

Leipzig – Auf neue Möglichkeiten, Morbus Parkinson früher und genauer zu diagnosti­zieren, hat das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hingewiesen. „Morbus Parkinson – an dem in Deutschland rund 300.000 Menschen leiden – ist eben nicht nur eine Krankheit, bei der motorische Ausfälle auftreten, sondern eine, die auch mit einer Vielzahl von wei­teren Störungen einhergeht“, sagte Joseph Claßen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKL zum heutigen Welt-Parkinson-Tag.

Symptome, die von Riech­störungen und bestimmten Schlafstörungen bis zu Depressio­nen reichten, träten mit­unter schon zehn Jahre vor Ausbruch der Bewegungsstörungen auf. „Deren Behand­lung wird im Verlaufe der Erkrankung von vielen Patienten als wich­tiger eingeschätzt als die Probleme bei der Beweglichkeit“, sagte Claßen. Er ist zusam­men mit Dorothee Saur Kongresspräsident des diesjährigen Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie

Anzeige

Die Entwicklung wirksamer Therapien krankte lange daran, dass die Parkinsonkrankheit erst spät eindeutig sichtbar wird. „Die allerersten Symptome sind immer nicht motori­scher Art, sondern betreffen Schlaf, Verdauung und Stimmung der Patienten. Man erkennt meist nicht, dass das Vorboten einer Parkinsonkrankheit sind, weil die charakte­ristischen Krankheitszeichen noch fehlen“, erklärt Jens Volkmann, Direktor der Neurolo­gischen Uni­versitätsklinik Würzburg und erster Vorsitzender der Deutschen Parkinson-Gesellschaft. Bevor das typische Zittern einsetze, seien bereits 80 Prozent der dopami­ner­gen Nerven­endigungen und bis zu 50 Prozent der Nervenzellen in der Substantia nigra im Gehirn unwiederbringlich untergegangen.

Im Februar 2017 hat eine deutsche Arbeitsgruppe, an der auch Volkmann beteiligt war, eine Arbeit in „Acta Neuropathologica“ publiziert, die die Chance auf einen Durchbruch in der Therapieforschung deutlich erhöht. Die Neurologen aus Würzburg und Marburg konnten zeigen, dass Parkinson Jahre vor Ausbruch der motorischen Symptome in der Haut feststellbar ist.

Mit einer einfachen Biopsie lassen sich Ablagerungen des Parkin­son­markers Alpha-Sy­nuclein in Hautnervenzellen nachweisen. Mit dem Test können Forscher Parkinson­pa­tienten in frühen Stadien identifizieren und ihnen eine Teilnahme an Studien anbieten, die eine Verhinderung der Krankheitsprogression zum Ziel haben.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

11.04.17
Parkinson: Gene verwandeln Gliazellen in Dopaminproduzenten
Stockholm – Die Injektion von vier Genen in die Basalganglien kann bei Mäusen Gliazellen in dopaminproduzierende Nervenzellen verwandeln, die laut Nature Biotechnology (2017; doi: 10.1038/nbt.3835)......
11.04.17
Dresden – Mithilfe einer App können nach Angaben von Forschern erste Anzeichen einer Parkinsonerkrankung künftig früher auffallen. Die „iprognosis“ checkt Werte zu Bewegungsmustern und......
03.04.17
Hepatitis B und C erhöhen Risiko auf Morbus Parkinson
Oxford – Patienten mit einer chronischen Hepatitis B oder C erkranken im Alter häufiger an einem Morbus Parkinson. Dies kam in einer retrospektiven Kohortenstudie in Neurology (2017; doi:......
15.02.17
Parkinson: Frühe Diagnose mittels Hauttest auf Alpha-Synuclein
Würzburg/Marburg – Einer Gruppe deutscher Neurologen ist es erstmals gelungen, die Parkinsonerkrankung über eine kleine Hautprobe festzustellen – und zwar noch Jahre vor Ausbruch der typischen......
09.02.17
Parkinson: Bluttest könnte Entnahme von Rückenmarks­flüssigkeit ersetzen
Lund – Mit einem Bluttest konnten Forscher Parkinson ebenso sicher diagnostizieren, wie mit einer Analyse der Rückenmarksflüssigkeit. Ausschlaggebend ist dasselbe Protein, das entsteht, wenn......
09.01.17
Bonn – Das Protein Alpha-Synuclein, dessen Ablagerung in den Lewy-Körperchen als Ursache des Morbus Parkinson diskutiert wird, kann über den Nervus vagus vom Gehirn aus in den Magen gelangen. Dies......
21.12.16
Michigan – Laut einer Studie, die Forscher in Science Translational Medicine veröffentlicht haben, könnte ein Diabetesmedikament mit dem Namen MSDC-0160 den Krankheitsverlauf eines Morbus Parkinson......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige