Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Britisches Gericht ordnet Behandlungsstopp für todkrankes Baby an

Mittwoch, 12. April 2017

London – Ein Gericht in Großbritannien hat gegen den Willen der Eltern einen Behand­lungsstopp für ein todkrankes Baby angeordnet. Das Gericht folgte damit gestern einem Antrag der Ärzte des Great-Ormond-Street-Krankenhauses in London. Der acht Monate alte Charlie solle in Würde sterben können, begründete der Vorsitzende Richter des High Courts die heutige Entscheidung.

Der Junge leidet unter einer seltenen Erbkrankheit, die zu Muskelschwund und Hirnschä­den führt, und musste zuletzt künstlich beatmet werden. Er ist an mitochondrialer Myopa­thie erkrankt. Die Eltern zeigten sich nach dem Urteil „am Boden zerstört“, ließ eine An­wältin wissen. „Sie verstehen nicht, warum der Richter Charlie nicht einmal die Chance auf eine Behandlung gegeben hat“. Sie kündigten an, in Berufung zu gehen.

Charlies Eltern hatten dafür gekämpft, ihren Sohn für eine weitere Behandlung in die USA bringen zu können. Sie sammelten dafür umgerechnet bereits rund 1,4 Millionen Euro. „Er hat buchstäblich nichts zu verlieren, aber möglicherweise ein gesundes und glückliches Leben zu gewinnen“, schrieben sie auf einer Fundraising-Webseite.

Die Ärzte hatten argumentiert, Charlie könne bei einer weiteren Behandlung möglicher­weise Schmerzen erleiden. Durch bereits erlittene Hirnschäden werde sich sein Zustand selbst bei erfolgreicher Behandlung nicht mehr verbessern. „Mit schwerem Herzen, aber in der vollen Überzeugung, dass es in Charlies bestem Interesse ist“ habe er sich ent­schie­den, dem Antrag des Krankenhauses stattzugeben, hieß es in der Urteilsbegrün­dung des Richters. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. Mai 2018
Chicago – Im Missbrauchsskandal um den verurteilten US-Sportarzt Larry Nassar hat die Universität Michigan eine millionenschwere „umfassende Einigung“ mit Hunderten Opfern geschlossen. Die Hochschule,
US-Universität einigt sich mit Opfern von Sportarzt Nassar auf Entschädigung
17. Mai 2018
Berlin – Seit dem 2. März 2017 sind beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 104 Anträge auf Erlaubnis zum Erwerb eines Betäubungsmittels zur Selbsttötung gestellt worden.
Bundesinstitut hat 104 Anträge auf Sterbehilfe erhalten
17. Mai 2018
Oldenburg – Im Fall des verurteilten Patientenmörders Niels H. hat es neue Durchsuchungen im Klinikum Oldenburg gegeben. Opfer-Angehörige kritisierten, dass diese erst so spät erfolgt seien.
Angehörige kritisieren späte Durchsuchung nach Patientenmorden
16. Mai 2018
London – Die British Medical Association schlug kürzlich vor, die Zahl der Patienten, die ein Hausarzt jeden Tag versorgt, zu begrenzen, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Im British Medical
Wie viele Patienten sollte ein Hausarzt pro Tag maximal versorgen?
14. Mai 2018
Hamburg – Die Bundesregierung weigert sich laut einem Bericht des Spiegel, ein umstrittenes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts umzusetzen. Das Gericht hatte im März 2017 geurteilt, dass das
Suizidbeihilfe: Bundesregierung setzt Urteil nicht um
14. Mai 2018
Heidelberg – Nach dem Tod eines Patienten in einer Psychiatrie in Wiesloch ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen medizinische Mitarbeiter und Polizisten. Gegen vier Pfleger und acht Polizeibeamte
Ermittlungen gegen Personal und Polizei wegen Tod in Psychiatrie
10. Mai 2018
Basel – Der 104 Jahre alte Australier David Goodall ist tot. Der Wissenschaftler habe heute in Anwesenheit mehrerer Enkelkinder eine tödliche Infusion erhalten und sei kurze Zeit später gestorben,

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige