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Politik

Spielsucht: Bundesweite Sperrdatei gefordert

Mittwoch, 12. April 2017

/Pixelot, stock.adobe.com

Stuttgart/Mannheim – Im Kampf gegen Automatenspielsucht hat Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) eine bundesweite Sperrdatei gefordert. Die derzei­tigen Verbote nur für einzelne Spielhallen, wie sie etwa im Landesglücksspielgesetz vor­ge­sehen seien, reichten nicht zum Schutz der Süchtigen, sagte Lucha gestern in Stutt­gart. „Wir brauchen bei der nächsten Novellierung dringend eine einheitliche und für alle Glücksspielformen geltende Datei, mit der sich Betroffene selbst sperren können“, be­ton­te er mit Verweis auf eine Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit.

Die Untersuchung hatte unter anderem ergeben, dass 87 Prozent der Spielsüchtigen ab­hängig sind von Automaten in Kasinos und Gaststätten. „Die Ergebnisse sind ein drama­ti­sches Warnsignal. Diesen Menschen müssen wir dringend ein wirksames Instrument ge­ben, damit sie vor negativen Folgen der Sucht geschützt sind“, sagte Lucha.

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In Deutschland gelten etwa 0,3 bis 0,5 Prozent der Erwachsenen bis 64 Jahre als patho­logische Glücksspielerinnen und Glücksspieler. Allein in Baden-Württemberg sind dem­zu­folge rund 30.000 Menschen unmittelbar betroffen. Da Spielsucht häufig mit Finanz­prob­lemen einhergeht, leiden oft auch die Angehörigen unter den Folgen. Zudem sind viele Spieler der Studie zufolge nikotin- oder alkoholabhängig. © dpa/aerzteblatt.de

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