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Hochschulen

Forschungsverbund will Belastungen von Versuchstieren messbar machen

Donnerstag, 13. April 2017

Hannover – Mit dem Ziel, Belastungssymptome von Versuchstieren zu messen und ver­gleichbar zu machen, haben sich acht wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutsch­land und der Schweiz zum Forschungsverbund „Belastungseinschätzung in der tier­experi­men­tellen Forschung“ zusammengeschlossen.

„Derzeit fehlen wissenschaftlich begründete Parameter und Methoden, mit denen Be­las­tungen wie Stress und Schmerz gemessen werden können, denen Tiere in einem Ver­such ausgesetzt sind. Das beeinflusst ethische Fragen und die Qualität von Tier­ver­suchs­daten. Das wollen wir ändern“, sagte André Bleich, Leiter des Instituts für Ver­suchstierkunde und des zentralen Tierlaboratoriums der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sowie einer der Sprecher der neuen Forschergruppe.

Die Wissen­schaftler wollen bestehende Messmethoden verbessern und dazu neue er­ar­beiten, um schließlich zu standardisierten Skalen zu kommen. Dabei arbeiten sie nach dem Grund­satz, Tierversuche nach Möglichkeit zu vermeiden und die Zahl der Versuchs­­tiere sowie deren Belastungen zu verringern.

Die Ergebnisse sollen mit der Richtlinie des Europäi­schen Parlaments zum Schutz für Versuchstiere vergleichbar sein. Infrarot­kame­ras, Telemetrie und moderne Bildgebung unterstützen die Beobachtung der Tiere. Viele Ansätze zur Auswertung der Daten stammen aus der Verhaltens-, Schmerz-, Stress- und Depressionsforschung.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt den neuen Forschungsver­bund und dessen 15 Einzelprojekte mit rund sechs Millionen Euro für die nächsten drei Jahre. Die MHH sowie die Uniklinik RWTH Aachen sind Sprecherhochschulen des Ver­bunds. © hil/aerzteblatt.de

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