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Medizin

Laparoskopisches Pankreasregister: 34 Zentren veröffentlichen Ergebnisse operativer Eingriffe

Donnerstag, 13. April 2017

Pankreas, Darm und Gallenblase /krishnacreations stock.adobe.com
Die Resektion am Pankreas zählt zu den komplexesten und belastendsten Eingriffen in der Viszeralchirurgie. /krishnacreations stock.adobe.com

Aalen/Freiburg/Marburg/Lübeck – Bei den in Deutschland durchgeführten Eingriffen bei Pankreaserkrankungen kommt es zumeist zur laparoskopischen Pankreaslinksresektion. Diese wurde unter den Eingriffen, die im laparoskopischen Pankreasregister registriert sind, mit Abstand am häufigsten durchgeführt. Der zweithäufigste Eingriff war die laparos­kopische Pankreaskopfresektion. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung des Pankreasregisters, die im Deutschen Ärzteblatt publiziert wurde (Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 263–8).

Das laparoskopisches Pankreasregister beinhaltet aktuell 550 Datensätze aus 34 Kliniken. Bei der Hälfte der Fälle handelte es sich um gutartige Tumore, die andere Hälfte waren maligne und wenige Borderline-Tumoren. In der internationalen Literatur stellt das Register damit die größte Sammlung für den minimalinvasiven Eingriff in der Pankreaschirurgie dar, der noch nicht als Routineeingriff etabliert ist.

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Das zeigte sich auch im Vergleich zwischen laparoskopischen und konventionellen Ein­griffen. Nach Angaben der Kliniken führen diese etwa fünf bis 20 Prozent minimalinvasiv durch. Der Großteil der Eingriffe in der Pankreaschirurgie findet folglich nach wie vor konventionell statt. Gleichzeitig weisen die aktuellen Registerdaten aber auch auf einen Trend hin zur Laparoskopie bei malignen Pankreastumoren hin. Mit zunehmender Erfah­rung stiegen die minimalinvasiven Anwendungen von 20 Prozent im Jahr 2011 auf aktuell 44,4 Prozent.

Darüber hinaus haben die Autoren auch die Letalität und postoperative Komplikationen mit bereits vorliegenden Daten aus anderen Studien verglichen. Nach Daten der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), einem Zusammenschluss von 387 Kliniken, lag die Sterblichkeit nach einer laparoskopischen Pankreaslinksresektion im Jahr 2015  bei 8,3 Prozent (bei 4.845 gemeldeten Fällen). Mit einer Letalität von 1,3 Prozent liegen die aktuellen Registerdaten deutlich darunter. Bei den postoperativen Pankreasfisteln zeigten hingegen bereits publizierte Studien einen besseren Wert (30 versus 39 Pro­zent).

Einschränkend muss gesagt werden, dass das Patientenkollektiv die derzeit geübte Praxis in Deutschland widerspiegelt. Bei einem Konsensustreffen 2011 wurden Kriterien für eine Positivauswahl für besonders geeignete Patienten getroffen. Diese waren vor­wiegend schlank, der Tumor war klein und gut erreichbar. Die Autoren sind sich daher bewusst, dass die Ergebnisse statistisch verzerrt sein könnten. © gie/aerzteblatt.de

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