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Kooperation von Pathologen und Humangenetikern bei Tumortherapie immer wichtiger

Donnerstag, 13. April 2017

Berlin – Molekulare Tumorboards, in denen sich Spezialisten mit molekular-genetischer Erfahrung austauschen, werden für die Diagnostik und die Therapie von Krebserkran­kun­gen immer wichtiger. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Patholo­gie (DGP) hin­gewiesen. 

Herkömmliche Tumorboards sind in spezialisierten Krebszentren und Kliniken mittler­weile etabliert. In diesen kommen die behandelnden Ärzte eines Patienten zur Bespre­chung der bestmöglichen Therapie zusammen. Das sind je nach Krankheitsbild Onkolo­gen, Ra­diologen, Chirurgen, Pathologen und weitere Fachmediziner wie Gynäkologen, Urologen oder Pneumologen. 

„Im Zuge der Überleitung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse in die Praxis gewinnt eine spezialisierte Form der Tumorboards, die molekularen Tumorboards, an Bedeu­tung“, erläuterte Arndt Hartmann, Direktor des Pathologischen Institutes am Uni­versitäts­kli­ni­kum Erlangen. Dort erörtern Spezialisten beispielsweise, wie medizinische Innovatio­nen auf kurzem Weg für den einzelnen Patienten genutzt werden können. „Die ersten sehr guten Erfolge in der Praxis belegen die Bedeutung dieser noch jungen Platt­form für den fachlichen Austausch“, so Hartmann.

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„In den molekularen Tumorboards suchen wir unter anderem nach Parallelen. Verschie­dene Tumor-Entitäten verfügen teilweise über die gleichen genetischen Veränderungen, sodass die Tumoren möglicherweise auch auf die gleichen zielgerichteten Therapien an­sprechen“, führte Florian Haller vom Universitätsklinikum Erlangen aus. In Studien wur­den beispielsweise die in einem Teil der Ovarialkarzinome nachweisbaren Mutatio­nen der BRCA1- und BRCA2-Gene untersucht und speziell für diese Fälle ein neuer Wirkstoff ent­wickelt.

„Im Rahmen unserer molekular-genetischen Untersuchungen an Tumoren für das mole­kulare Tumorboard am Computer-Chemie-Centrum Erlangen konnten wir vergleichbare Mutationen auch in Prostata- oder Bauchspeichel­drüsen­karzinomen nachweisen. Die­se Patienten profitieren möglicherweise auch von der Therapie, die eigentlich für das Ova­rialkarzinom entwickelt wurde“, so Haller. „Die Zeichen der molekularen Tumorboards stehen auf Wachstum“, so das Fazit der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. © hil/aerzteblatt.de

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