Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Helfer im Südsudan wegen neuer Kämpfe evakuiert

Dienstag, 18. April 2017

Juba – Wegen neuer Kämpfe in Teilen des Krisenlandes Südsudan haben die Vereinten Nationen 60 humanitäre Helfer evakuiert. Es gebe Anzeichen, dass auch die Zivilbevöl­ke­­rung der Orte Waat und Walgak im Bundesstaat Jonglei vor den Kämpfen fliehe, er­klär­te der UN-Koordinator der humanitären Hilfe im Südsudan, Eugene Owusu. Es sei ex­trem enttäuschend, dass Helfer trotz aller Zusagen der Konfliktparteien erneut evakuiert werden müssen. „Und das in einem Gebiet, wo so viel Hilfe gebraucht wird“, erklärte Owu­su.

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) kann Menschen in den umkämpf­ten Hungersnot-Gebieten im Südsudan nur noch mit mobilen Teams örtlicher Mitarbeiter unterstützen. Die MSF-Klinik in der Stadt Leer wurde mehrfach angegriffen, und die Be­völkerung ist wegen Kämpfen immer wieder zur Flucht gezwungen, wie die Hilfsorgani­sa­tion erklärte. Deswegen setze man jetzt statt auf eine stationäre Gesundheits­versor­gung auf Teams örtlicher Mitarbeiter, die die Menschen dort versorgten, wo sie sich gerade be­fänden.

Die Mitarbeiter sind demnach darin geschult, häufige Beschwerden wie Atem­wegs­erkran­kungen, Verletzungen oder Malaria zu versorgen. MSF-Teams fliegen immer wieder punk­tuell in die Hungersnot-Regionen Leer und May­en­dit im Bundesstaat Unity, um die Mitarbeiter mit medizinischem Material und Trainings zu unterstützen, wie die Organi­sati­on mitteilte.

Die Vereinten Nationen haben für Teile des Südsudans eine Hungersnot erklärt, im gan­zen Land werden dieses Jahr bis zu 5,5 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe an­ge­wiesen sein. Rund 3,5 Millionen Südsudanesen – etwa ein Drittel der Bevölkerung – sind wegen der anhaltenden Gewalt aus ihrer Heimat geflohen.

Seit Ende 2013 bekämpfen sich im Südsudan die Anhänger von Präsident Salva Kiir vom Volk der Dinka und die Gefolgsleute von Rebellenführer Riek Machar, vom Stamm der Nuer. Seit Wochen gibt es wieder vermehrt Kämpfe in verschiedenen Landesteilen. Bei Zusammenstößen in der Stadt Wau wurden diese Woche mindestens 16 Menschen ge­tötet, darunter auch drei örtliche Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP). Damit sind seit 2013 bereits 82 humanitäre Helfer getötet worden. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.07.17
Bombardierte Klinik in Kundus wieder eröffnet
Kundus – Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat im nordafghanischen Kundus ein bei einem US-Luftangriff vor knapp zwei Jahren zerstörtes Krankenhaus wieder eröffnet. Wie die Organisation......
20.07.17
Kopenhagen – Mit einer besseren Vernetzung und der Koordination von Angeboten versucht die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) jetzt, die gesundheitliche Basisversorgung im Norden von Syrien zu......
19.07.17
Ferney-Voltaire – Der Weltärztebund (World Medical Association, WMA) hat die venezolanische Regierung aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen gegen die schwere Gesundheitskrise des Landes zu ergreifen.......
18.07.17
Kritik an Flüchtlingsrettern im Mittelmeer stößt auf Widerspruch
Berlin – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat mit Kritik an der Arbeit von Hilfsorganisationen im Mittelmeer heftigen Widerspruch ausgelöst. Anstatt die Menschen, die dort Flüchtlinge aus......
17.07.17
Mehr Mittel für globale Gesundheits­versorgung nötig
Genf – Die selbstgesteckten Gesundheitsziele der Weltgemeinschaft sind nur mit deutlich höheren Ausgaben zu erreichen. Das teilte die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO heute in Genf mit. Die WHO legte......
07.07.17
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) unterstützt eine Onlinepetition der Hilfsorganisation „Ärzte der Welt“ gegen militärische Angriffe auf Gesundheitspersonal und Gesundheitseinrichtungen in......
07.07.17
„Wir brauchen konkrete Lösungen“
Hamburg – Die Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen und die Pandemieprävention stehen auf der Agenda des G20-Gipfels in Hamburg. Frank Ulrich Montgomery zum Engagements Deutschlands für die globale......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige