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Medizin

Wie Epilepsie in der Kindheit die soziale Entwicklung beeinflussen kann

Dienstag, 18. April 2017

Boulder – Wer bereits in jungen Jahren an einer Epilepsie leidet, hat häufiger schulische Probleme, seltener einen Führerschein und ist weniger produktiv. In der Fachzeitschrift Epilepsia berichten Forscher um Christine Baca von der University of Colorado über die vielfältigen Probleme, die mit einer unzureichend kontrollierten Epilepsie einhergehen (2017; doi: 10.1111/epi.13726).

Chronische Erkrankungen in der Jugend und Kindheit führen zu Schwierigkeiten im All­tag, häufigeren Fehlzeiten in der Schule und möglicherweise auch zu sozialen Proble­men. Eine Epilepsie in der Kindheit und Jugend ist für die Betroffenen oft sehr belas­tend. In ihrer Studie wollten die Forscher untersuchen, wie sich eine Epilepsie in jungen Jahren auf die soziale Entwicklung auswirkt. 

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Sie nutzten Daten der Connecticut Study of Epilepsy, die über einen Zeitraum von rund 15 Jahren die Entwicklung von amerikanischen Epilepsie-Patienten und gesunden Kon­trollen erhoben. Insgesamt 361 Patienten, von denen 271 an einer komplizierten Epilep­sie mit neurologischer Grunderkrankung, Intelligenzminderung oder einer struk­turellen Hirnläsion litten, und 173 gesunde Geschwisterkontrollen konnten die Forscher in die Studie einschließen.

Es zeigte sich, dass die Patienten bei einer Anfallsfreiheit von wenigstens fünf Jahren eine vergleichbare Entwicklung wie ihre Geschwister durchliefen. Sie erreichten ähnlich häufig einen Schulabschluss, den Führerschein oder einen Arbeitsplatz. In der Gruppe der Patienten, die weniger als fünf Jahre anfallsfrei waren, kam es häufiger zu Fehl­zeiten in Schule und Beruf. Sie hatten außerdem seltener einen Führerschein. Die meisten Prob­leme hatten Jugendliche, die an einer komplizierten Epilepsie litten. Sie schafften häu­figer keinen regulären Schulabschluss, konnten nicht unabhängig leben und waren öfter arbeitslos. 

Die besonders schlechten Ergebnisse in der Gruppe der komplizierten Epilepsien führen die Forscher auf die häufig begleitende Intelligenzminderung zurück. Die Studie unter­streicht nach Auffassung der Forscher, wie wichtig eine Anfallsfreiheit für die soziale und berufliche Entwicklung junger Epilepsie-Patienten ist. © hil/aerzteblatt.de

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