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Ausland

Organspenden: Kinowerbung führt zu mehr Registrierungen

Dienstag, 18. April 2017

Kapstadt – Eine makabre Kinowerbung hat in Südafrika zu einem deutlich Anstieg von Organspenderegistrierungen geführt. In dem Spot wirbt eine fiktive „New Day Clinic“ in Kapstadt für eine unkomplizierte Organspende – dafür würden „nutzlosen Menschen, die von den Ressourcen unserer Gesellschaft schmarotzen“, zugunsten zahlungskräf­tiger Em­­pfänger bis zu sieben Organe entnommen.

Wie die südafrikanische Zeitung Mail & Guardian berichtete, reagierte die südafrikani­sche Organspende-Gesellschaft (ODF) positiv auf den Spot, der für einen neuen Medi­zinthriller namens „Bypass“ wirbt. Dieser habe einen unerwarteten Nebeneffekt: Den An­gaben zufolge gab es innerhalb einer Woche 620 neue Registrierungen – laut Sprecher Joost Vermeulen rund 40 Prozent mehr als üblich. Hoffnung gebe die neue Spendenbe­reitschaft vor allem jenen 87 Prozent der südafrikanischen Patienten, die allein im Jahr
2015 vergeblich auf eine Transplantation warteten. Nur 12,5 Prozent von rund 4.800 Menschen, die 2015 auf der Warteliste standen, hätten ein Organ erhalten.

Per Flugblatt und auf der Webseite der fiktiven Klinik waren Reiche aufgerufen worden, hohe Summen für ihr Transplantat zu zahlen, das innerhalb einer Woche geliefert wer­den könne. Umgerechnet 250.000 Euro sollte eine Niere kosten, 110.000 ein Herz und 10 Euro ein Quadratzentimeter Haut.

Den Machern von „Bypass“ zufolge basiert der Kinofilm auf wahren Begebenheiten. „Fragt man die Leute, ob alle Menschenleben gleich viel wert seien, sagen sie immer ja. Tatsächlich aber leben wir in einer Welt, in der Arme zum Verkauf stehen und Reiche davon profitieren“, so Produzent Shane Vermooten.

Die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO hat wiederholt illegalen Organhandel in Süd­afrika angeprangert. So hatte ein Krankenhaus in Durban zwischen den Jahren 2001 und 2003 mehr als 100 illegale Nierentransplantationen durchgeführt. Der Großteil der Empfänger stammte den Angaben zufolge aus Israel, die Spender meist aus Osteuropa und Bra­si­lien. © kna/aerzteblatt.de

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