Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenhäuser: Bundesländer müssen Investitionen verdoppeln

Dienstag, 18. April 2017

Krankenhaus-VILevi-stockadobecom

Berlin – Die Bundesländer haben die Krankenhausinvestitionen in Deutschland im Jahr 2015 mit rund 2,8 Milliarden Euro finanziert. Das zeigt eine neue von der Deutschen Kran­kenhausgesellschaft (DKG) veröffentlichte Bestandsaufnahme. Damit hinken die Länder ihren Aufgaben zur Investition der Krankenhäuser immer noch hinterher.

„Die Länder entzieh­en sich weiterhin ihrer Verantwortung und verweigern damit den Krankenhäusern lebensnotwendige Finanzmittel“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Dabei gehe es um den Erhalt der Substanz und um notwendige Weiter­ent­wicklungen. „So können wir die Digitalisierung nicht voranbringen und damit auch keine Entlastung für das Personal durch neue digitale Prozesse herbeiführen. Gleiches gilt auch für baulichen Maßnahmen und die instrumentelle Ausstattung der Kliniken, die wir aufgrund der fehlenden Mittel nicht so verbessern können, wie es notwendig wäre, um das Personal zu entlasten“, so Baum.

Der Blick auf die Verteilung der Investitionsmittel auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass sich die Entwicklung in den Ländern sehr unterschiedlich darstellt, jedoch alle Län­der real weniger Fördermittel bereitstellen als im Vergleichsjahr 1991. „Im Vergleich zum Jahr 1991 sanken die Fördermittel bis 2015 nominal um circa 23 Prozent, während das Bruttoinlandsprodukt im selben Zeitraum um 92 Prozent anstieg und sich die bereinigten Kosten der Krankenhäuser um circa das 2,25-fache erhöhten“, heißt es in der DKG-Be­standsaufnahme.

Infolge der langfristigen Negativentwicklung auf Bundesebene sei der Anteil der Förder­mittel am Bruttoinlandsprodukt von 0,23 Prozent im Jahr 1991 auf 0,09 Prozent im Jahr 2015 gesunken. „Unter Berücksichtigung eines bestandserhaltenden Investitionsbedarfs von mindestens sechs Milliarden Euro zeigt sich weiterhin eine Investitionslücke von über 100 Prozent – ein absolut beschämender Zustand“, so das Fazit der DKG. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

26.06.17
Krankenhausmarkt: Auf dem Weg in die Oligopolisierung
Berlin – Die unzureichende Investitionskostenfinanzierung durch die Bundesländer ist einer der Treiber für Fusionen im Krankenhausmarkt. Diese Meinung vertrat der Kaufmännische Direktor des......
22.06.17
Mainz – In der Einschätzung des Bedarfs für die stationäre Gesundheitsversorgung in Rheinland-Pfalz klaffen die Positionen von Regierung und Opposition weit auseinander. „Der Stau wird immer größer“,......
22.06.17
Bundesländer wollen Investitionsfonds für Klinken
Bremen/Berlin – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der 16 Bundesländer haben sich auf ihrer Konferenz in Bremen für die Bundestagwahl und die anschließenden Koalitionsverhandlungen positioniert. Zum Abschluss......
21.06.17
Krankenhäusern ging es 2015 etwas schlechter als im Vorjahr
Berlin – Die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser hat sich 2015 im Vergleich zum Vorjahr leicht verschlechtert. Lag die Anzahl der Krankenhäuser mit erhöhtem Insolvenzrisiko 2014 noch bei 8,6......
12.06.17
Schlechte Finanzlage vieler Kliniken hausgemacht
Düsseldorf – Obwohl Krankenhäuser immer wieder ihre Finanzsituation bemängeln und den Ländern eine mangelnde Investitionskostenfinanzierung vorwerfen, gibt es bei der Rechnungslegung offenbar......
07.06.17
Schwerin – Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern leben nach Ansicht der Landeskrankenhausgesellschaft von ihrer Substanz. Der Grund: Sie erhalten zu wenig Unterstützung vom Land, wie der......
30.05.17
Düsseldorf/Neuss – Die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) muss konkrete und kurzfristige Lösungen vorlegen, um den Investitionsstau in den Kliniken zu beseitigen. Das haben heute die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige