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Politik

Hirnhautentzündung: Risiko in Bayern wächst

Mittwoch, 19. April 2017

/Klaus Eppele, stock.adobe.com

Erlangen – In Bayern wächst nach Erkenntnissen des bayerischen Gesundheitsministe­riums das Risiko, sich bei einem Aufenthalt in der freien Natur mit dem Erreger der Hirn­hautentzündung zu infizieren. Inzwischen gehörten 83 von 96 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten zu FSME-Risikogebieten, berichtete Gesundheitsministerin Mela­nie Huml (CSU) heute in Erlangen. Neu hinzugekommen sei im vergangenen Jahr der Landkreis Dachau. Zum Schutz vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) riet sie deshalb dringend zu einer Im­pfung. 2016 hatten die bayerischen Gesundheitsbehörden 159 FSME-Fälle registriert – 31 mehr als 2015.

„Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforder­lich“, sagte Nikolaus Frühwein, Präsident der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tro­penmedizin und Impfwesen. Ab 14 Tagen nach der zweiten Impfung bestehe für 90 Pro­zent der Geimpften bereits ein Schutz. Dieser sei für die laufende Saison zunächst aus­reichend. Er empfehle die FSME-Impfung für jeden Menschen in Bayern, der sich in Ri­si­kogebieten oft in der Natur aufhalte, so Frühwein weiter. Die Impfung gegen FSME sei „sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen über­nom­m­en.“

Zecken können auch die gefährliche Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Bei ihr kann es auch Wochen bis Monate nach dem Stich noch zu schmerzhaften Nerven- und Hirnhautentzündungen kommen. Seit Beginn der Meldepflicht am 1. März 2013 wur­den dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 16.602 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 4.595 Fälle von Lyme-Borre­li­ose. Im Jahr 2017 wurden bislang 160 Fälle gemeldet.

Gegen Borreliose schützt zwar keine Impfung, sie kann aber gut mit Antibiotika therapiert werden. „Je früher dies geschieht, umso besser. Zudem ist es wichtig, Zecken sachge­recht und möglichst schnell vom Körper zu entfernen“, sagte Huml. Mit dem Nationalen Referenzzentrum am LGL leiste Bayern einen wichtigen Beitrag, Borreliose besser zu er­forschen. LGL-Präsident Andreas Zapf unterstrich, es sei Ziel, „mehr über die Aus­wir­kun­gen des Klimawandels auf Borreliose zu erfahren“. Bundesweit profitieren Pa­tien­ten von der Forschung bayerischer Wissenschaftler.

© dpa/EB/aerzteblatt.de

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