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Mehr Besucher im Museum der Charité nach TV-Serie

Donnerstag, 20. April 2017

/ARD, Nik Konietzky

Hamburg – Das Medizinhistorische Museum der Charité verzeichnet durch die historisch angelegte ARD-Produktion „Charité“ steigende Besucherzahlen. Darauf hat Thomas Schnalke, Direktor des Medizinhistorische Museums, hingewiesen. „Die Kurve geht hier eindeutig nach oben“, sagte er auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes.

Demnach besuchten im März dieses Jahres – als die TV-Serie startete – 7.824 Inter­es­sierte das Museum. Im Vorjahr waren es 6.584. Das ist ein Anstieg um knapp 19 Pro­zent. In den ersten Aprilwochen 2017 gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen An­stieg um rund 22 Prozent. Vom 1. April bis zum 19. April kamen 6.531 Besucher ins Mu­seum. Im gesamten April 2016 lag die Zahl bei 5.362 Besuchern.

Wenn man die aufgrund der Durchschnittswerte der vergangenen Tage erwartbare Zahl von 3.000 Besuchern bis Ende April 2017 hinzurechne, käme man auf rund 9.500 Besu­cher, rechnete Schnalke vor. „Zu erwarten steht somit ein Zuwachs von 4.138 Besuchern oder rund 77 Prozent“, zeigte sich der Medizinhistoriker erfreut.

Im Interview mit der Zeit hatte Schnalke betont, dass die Zuschauer der Se­rie im besten Fall eine Haltung, „gerne eine kritische“, entwickelten. Etwa wenn sie sich fragten, ob damals wirklich alles so geschehen sei, wie sie es „jetzt vorgesetzt bekomm­en“ hätten. „Dann können sie im Internet recherchieren, oder sie kommen zu uns ins Mu­seum“, sagte er.

Schnalke wies auch darauf hin, dass derzeit intensiv über Mög­lichkeiten und Gren­zen der modernen Medizin diskutiert werde. Er halte es für richtig, dass die Menschen wis­s­en, woher „unsere Vorstellungen auf diesem Gebiet kommen“. Die Serie lenke den Blick auf eine prägende Phase gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der die natur­wissen­schaftliche Medizin ihre Grundausstattung erhalten habe. „In dieser Zeit entstand unser heutiges Verständnis vom Körper, von Gesundheit und Krankheit“, erklärte Schnal­ke.

Das Medizinhistorische Museum der Charité hat die ARD bei der Produktion beraten. Laut Schnalke sei die Realität aber an einigen Stellen „nachgebessert“ worden. © nz/kna/aerzteblatt.de

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