NewsVermischtesCannabiskonsum: Studie will Risiken an Gesunden erforschen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Cannabiskonsum: Studie will Risiken an Gesunden erforschen

Freitag, 21. April 2017

/Richard Villalon, stock.adobe.com

Berlin – Nach Vorstellung von Wissenschaftlern sollen in einer wissen­schaftli­chen Studie die Cannabisfolgen bei 25.000 psychisch gesunden erwachsenen Kon­su­menten mit Wohnsitz in Berlin untersucht werden. Die Forschungs­ini­tiative Cannabis­konsum reichte dafür nach eigenen Angaben jetzt einen ak­tuali­sierten Antrag beim Bundes­ins­titut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein.

Ausgeschlossen von der Teilnahme an der Studie sind demnach Erstkonsumenten, Minderjährige sowie Risiko­pro­banden wie zum Beispiel abhängige Konsumenten oder solche mit psy­chischen Stö­rungen. Vorgesehen ist die Abgabe von Cannabisblüten über Apotheken bis monatlich 30 Gramm, entspricht bis 7,5 Gramm Tetrahydrocannabinol.

„In Deutschland berauschen sich mehrere Millionen Menschen regelmäßig mit Cannabis. Es wird Zeit, dass sich die Wissenschaft intensiver mit dem freizeitmäßigen Konsum be­schäftigt“, begründete Marko Dörre, Geschäftsführer der Forschungsinitiative Cannabis­konsum. Er verwies auf das im März in Kraft getretenen Gesetz zur Änderung betäu­bungs­mittelrechtlicher Vorschriften, bei dem der Bundestag eine neue Risikobewertung für Cannabis vorgenommen habe.

„Die Verkehrsfähigkeit von Cannabis wurde bejaht und zwar einstimmig. Diese Neube­wer­tung privilegiert auch die Wissenschaft. In unserem aktualisierten Forschungsantrag findet sich eine entsprechend angepasste Risiko-Nut­zen-Analyse“, sagte Dörre. Er sieht nun das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizin­produkte (BfArM) in der Pflicht.

Die Bewerbungsphase für die Studienteilnahme startete bereits am 6. Februar 2017. Nach zehn Wochen hatten sich bereits mehr als 2.000 Bewerber gemeldet, die sich nun im weiteren Auswahlverfahren befinden. Das Bewerbungsverfahren auf der Webseite der Forschungsinitiative laufe bis zu einer Ent­scheidung des BfArM weiter, hieß es. Den ers­ten Antrag beim BfArM hatte die Forschungsinitiative bereits am 3. November 2016 ein­ge­reicht und damit um eine Genehmigung für eine wissenschaftliche Langzeit­studie ge­beten.

Während die Erlaubnis für diese Studie noch aussteht, ist bereits gesichert, dass Nutzen und Folgen von Cannabis als Arzneimittel künftig stärker evalu­iert werden. Das hatte der Bundestag bereits am 19. Januar beschlossen, als er die Nutz­ung von Cannabis als Arz­neimittel für schwerkranke Patienten legalisierte. Betroffene Pa­tienten, die künftig Can­na­bis zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung veord­net bekommen, müssen an einer Studie teilnehmen. © afp/EB/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22. Juni 2018
Hannover – Mit ihrer Forderung nach einer legalen Abgabe von Cannabis an Erwachsene sind FDP und Grüne im niedersächsischen Landtag am Donnerstag auf Ablehnung gestoßen. Die beiden Fraktionen hatten
Niedersächsischer Landtag uneins über Modellprojekt zur legalen Cannabisabgabe
21. Juni 2018
Berlin – Junge Erwachsene in Deutschland haben zuletzt deutlich mehr Cannabis konsumiert als noch vor wenigen Jahren. So hat laut den jüngsten offiziellen Daten im Jahr 2016 etwa jeder sechste (16,8
Junge Erwachsene konsumieren mehr Cannabis
13. Juni 2018
Hannover – In ihrem ersten gemeinsamen Antrag zu einem sachpolitischen Thema fordern die Oppositionsparteien FDP und Grüne im niedersächsischen Landtag eine kontrollierte Cannabisabgabe an Erwachsene.
Grüne und FDP wollen Cannabisverbot kippen
8. Juni 2018
Ottawa – Der kanadische Senat hat gestern ein Gesetz zur Legalisierung von Cannabis verabschiedet. Das Gesetz passierte die Kongresskammer mit 52 Ja-Stimmen. Es gab 30 Gegenstimmen und eine
Kanadischer Senat verabschiedet Gesetz zur Legalisierung von Cannabis
6. Juni 2018
Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat für eine einheitliche Obergrenze für Cannabis in Deutschland geworben, bis zu der Strafverfahren eingestellt werden können.
Drogenbeauftragte wirbt für einheitliche Cannabisobergrenze
31. Mai 2018
Bremen – Bundesweit werden derzeit zwischen 12.000 und 14.000 Patienten aus medizinischen Gründen mit Cannabis versorgt. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Antwort des Bremer Senats auf eine
Bis zu 14.000 Cannabispatienten in Deutschland
24. Mai 2018
Paris – In Frankreich könnte die medizinische Nutzung von Cannabis nach Regierungsangaben legalisiert werden. „Es gibt keinen Grund, Cannabis als Medikament auszuschließen, nur weil es Cannabis ist“,
NEWSLETTER