Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Arzneimittelkosten pro Kopf in Mecklenburg-Vor­pommern am höchsten

Freitag, 21. April 2017

/ThomasAumann, stock.adobe.com

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat nach Angaben des Verbandes der Ersatz­kass­en (vdek) die höchsten Arzneimittelkosten je gesetzlich Versichertem in Deutsch­land. Pro Kopf seien es im Vorjahr 778 Euro gewesen, teilte der Verband heute in Schwerin mit. Dem­­nach haben die niedergelassenen Ärzte im Land Medikamente im Wert von 1,13 Milliarden Euro verschrieben, 5,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Damit wurden in Mecklenburg-Vorpommern pro Versichertem 23 Euro mehr ausgege­ben als beim Zweitplatzierten Hamburg, wo der Gesamtwert mit 1,14 Milliarden Euro ähnlich hoch lag. Im Vergleich zum Bundesschnitt mit 606 Euro waren es in Mecklen­burg-Vor­pom­mern 28 Prozent mehr, im Vergleich zu Schleswig-Holstein mit Kosten von 515 Euro sogar 51 Prozent mehr.

An der Spitze der Medikamentenumsätze stehen laut vdek Arzneimittel für die Behand­lung chronischer, entzündlicher Krankheiten wie Rheuma und Schuppenflechte, Krebs­medikamente, Antidiabetika und antithrombotische Arzneimittel. An vierter Stelle der um­satzstärksten Medikamente stünden Schmerzmittel. In Mecklenburg-Vorpommern seien im Vorjahr Analgetika für 55,6 Millionen Euro verordnet worden, in Hamburg für 32,4 Millionen. Im Schnitt verordneten die Ärzte 2016 in Mecklenburg-Vorpommern pro Kopf 13 Mal Medikamente, im Bundesschnitt 10,8 Mal.

Vdek-Chefin Kirsten Jüttner sagte, die hohen Pro-Kopf-Ausgaben seien allein durch eine höhere Krankheitslast nicht erklärbar. „Gemeinsam mit den Ärzten versuchen die gesetz­­li­chen Krankenkassen, eine zielgerichtete Arzneimittelberatung durchzuführen.“

Ziel sei es, wirtschaftlicher zu verordnen. Gerade bei der großen Anzahl älterer Patien­ten bleibe die Frage, ob nicht weniger Medikamente verschrieben werden sollten. „Bei vielen Men­schen wissen wir, dass sie täglich fünf oder mehr Medikamente einnehmen, die sich in ihren Wechselwirkungen überlagern und zum Beispiel zu Stürzen führen können“, so Jüttner. © dpa/may/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.01.18
Mehr Patentabläufe bei Biopharmazeutika als bei Nichtbiopharma­zeutika
Berlin – In diesem Jahr wird das Volumen der Patentabläufe von Biopharmazeutika nach Herstellerabgabepreisen das Volumen der Nichtbiopharmazeutika, die aus dem Patent laufen, um rund 326 Millionen......
15.01.18
Arztinformations­system kommt erst nach Regierungsbildung
Berlin – Die Rechtsverordnung zum Arztinformationssystem (AIS) wird nicht veröffentlicht, bevor die Regierungsbildung abgeschlossen ist. Darauf hat heute das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) auf......
11.01.18
Zweifel am Nutzen des Arztinfor­mationssystems
Berlin – Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat erhebliche Zweifel am Nutzen des Arztinformationssystems (AIS) geäußert. Es gebe noch niemand, der......
05.01.18
Arzneimittelausgaben wachsen um mehr als eine Milliarde Euro
Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung sind im vergangenen Jahr um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. Das geht aus einer Statistik des Apothekerverbandes ABDA......
27.12.17
Neue amtliche Arzneimittel­klassifikation für 2018 erschienen
Köln – Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat im Auftrag des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums die neue 2018er-Fassung der Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen......
22.12.17
Patienten mit Multimedikation sind in Chronikerprogrammen gut aufgehoben
Düsseldorf – Patienten, die an mehreren Chronikerprogrammen (Disease Management Programmen, DMP) teilnehmen, erhalten im Mittel mehr Medikamente, sind älter und länger in die DMP eingeschlossen. Zu......
18.12.17
Ruf nach schärferer Nutzenbewertung von Krebsmedikamenten
Berlin – Neue Krebsmedikamente sollen künftig schärfer überprüft werden. Die Mittel brächten den Patienten oft nur einige Monate mehr Lebenszeit, hätten aber oft starke Nebenwirkungen und seien extrem......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige